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Hausärzte warnen vor drohender Überlastung ihrer Praxen

Hausärzte warnen vor Überlastung

Das beschlossene Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen sorgt bei Hausärzten für große Sorge wegen einer möglichen Überforderung ihrer Praxen. Besonders in ländlichen Gegenden drohen erhebliche Versorgungsengpässe.

Die Hausärzte prognostizieren durch das Sparpaket der gesetzlichen Krankenversicherung erhebliche Einschränkungen in der Patientenversorgung. „Wir werden jetzt umfangreiche Kürzungen in den Praxen umsetzen müssen“, erklärte Markus Blumenthal-Beier, Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, im Deutschlandfunk.

Am Freitag haben Bundestag und Bundesrat das Sparpaket verabschiedet, das die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2027 vor stark steigenden Ausgaben schützen soll, um Beitragserhöhungen zu verhindern. Geplant sind Ausgabenkürzungen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und der Pharmaindustrie – ebenso wie höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.

„Die Versorgung wird erheblich schwieriger“

Blumenthal-Beier kritisierte, dass durch die demografische Entwicklung und weitere Reformen die Hausärzte mehr Patienten versorgen müssen, während gleichzeitig die Kosten für Personal und Mieten stark steigen. Dies mache den Betrieb der Praxen zunehmend untragbar. Schon jetzt hätten einige Praxen aufgrund des Gesetzentwurfs alle Neueinstellungen und Erweiterungen gestoppt. Zudem gäbe es viele Hausärzte, die mit 63 Jahren sagen: „Wenn das Gesetz umgesetzt wird, höre ich auf.“

Der Verbandsvorsitzende zeigte sich enttäuscht nicht nur von der Bundesregierung, sondern auch von der Mehrheit der Bundesländer, die das Spargesetz mitgetragen haben. Er warnte vor „massiven Versorgungsengpässen in dünn besiedelten Regionen“ und hätte von den Ländern erwartet, dass sie sich stärker für die Hausarztpraxen einsetzen. „Bleibt dieser Einsatz aus, wird die Versorgung wirklich sehr problematisch“, betonte er.

Blumenthal-Beier sieht die Belastungen durch das Sparpaket ungleich verteilt. Es handele sich nicht um ein gerechtes Kürzungsprogramm, da vor allem der ambulante Bereich und die Kliniken stark betroffen seien, während bei der Pharmaindustrie und den Krankenkassen weniger gekürzt werde.