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Merz und Söder einigen sich: Thorsten Frei soll Jens Spahn als Unionsfraktionschef ablösen

Merz und Söder einigen sich: Kanzleramtschef Thorsten Frei soll auf Spahn als Unionsfraktionschef folgen

Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionsvorsitzender stehen CDU und CSU vor der Aufgabe, eine passende Nachfolge zu bestimmen. Die Parteichefs scheinen dabei zügig eine Einigung erzielt zu haben. Laut Medienberichten wird der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei als Kandidat vorgeschlagen.

Der amtierende Kanzleramtschef Thorsten Frei soll demnach Jens Spahn als Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion ablösen. Diesen Beschluss trafen die CDU- und CSU-Vorsitzenden Friedrich Merz und Markus Söder, wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Kreise der Union berichtete.

Dem vorausgegangen waren Beratungen in den Gremien der Union sowie innerhalb der Bundestagsfraktion. Nach Spahns Rückzug kündigte Merz an, in Abstimmung mit der Schwesterpartei „relativ bald“ einen Vorschlag für die Nachfolge zu unterbreiten. Die formelle Wahl des Nachfolgers findet voraussichtlich am kommenden Mittwoch bei einer Sondersitzung der Fraktion in Berlin statt. Erst dann soll offiziell über die Nachfolge von Frei im Kanzleramt informiert werden. Ob es darüber hinaus weitere personelle Veränderungen im Kabinett geben wird, bleibt bislang offen.

Mit der Rückkehr in die Fraktionsführung kehrt Frei zu seinem vertrauten Wirkungsfeld in der Bundespolitik zurück. In der vergangenen Legislaturperiode fungierte der 52-jährige CDU-Politiker aus dem Schwarzwald als Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef Friedrich Merz und ist mit den Abläufen an der Spitze der Unionsabgeordneten bestens vertraut. Bereits nach der Bundestagswahl 2025 wurde Frei als möglicher Kandidat für den Fraktionsvorsitz gehandelt, bevor Merz ihn ins Kanzleramt holte.

Enger Vertrauter von Merz

Im Kanzleramt hatte Frei Schwierigkeiten, sich durchzusetzen. Innerhalb der Union wurde ihm vorgeworfen, eher Interviews zu geben als die Koalitionsarbeit effektiv zu koordinieren. Beim Reformpaket übernahmen schließlich die Fraktionsspitzen persönlich diese Aufgabe. Viele sind der Ansicht, dass die Fraktionsarbeit besser zu Frei passt. Mit seiner Ernennung erhält Merz einen loyalen und vertrauten Partner an der Spitze der Fraktion.

Spahn war am vergangenen Wochenende infolge zunehmenden parteiinternen Drucks von seinem Amt zurückgetreten. Er und sein Ehemann Daniel Funke hatten bekanntgegeben, mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein. Diese Entscheidung wurde kritisiert, da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und Spahns Partei sich klar gegen deren Legalisierung ausspricht. Spahn selbst hatte dies in der Vergangenheit ebenfalls befürwortet.

Nach Gesprächen mit Merz erklärte der 46-Jährige seinen Rücktritt per Schreiben an die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU. Der Spagat zwischen seiner privaten Entscheidung für ein Kind durch Leihmutterschaft und den berechtigten Erwartungen an ihn als Fraktionschef sei schwieriger geworden als erwartet. Bis zur offiziellen Wahl seines Nachfolgers führt der bisherige Stellvertreter Spahns, Alexander Hoffmann, der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, vorübergehend die Geschäfte an der Spitze der Unionsfraktion.