Liberale profitieren vom Kubicki-Effekt: FDP verzeichnet starken Mitgliederzuwachs
Seit der Wahl ihres neuen Vorsitzenden gewinnt die FDP zunehmend an Attraktivität. Nach dem Parteitag konnte die Partei 700 neue Mitglieder verzeichnen. Wolfgang Kubicki richtet seinen Fokus inzwischen auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und formuliert klare Ziele.
Mit der neu formierten Führung erlebt die FDP einen Aufschwung bei den Mitgliederzahlen. Wie die Partei den Zeitungen der Funke Mediengruppe mitteilte, traten seit dem Parteitag Ende Mai 780 Personen der Partei bei, während 80 Mitglieder austraten. FDP-Generalsekretär Martin Hagen kommentierte gegenüber den Funke-Zeitungen: „Seit Ostern und besonders nach der Wahl des neuen Führungsteams spüren wir einen deutlichen Rückenwind – auch bei den Mitgliederzahlen. Die zahlreichen Neueintritte nach dem Parteitag sind für uns eine große Motivation.“
Nach Angaben der Funke-Zeitungen schwankt die Mitgliederzahl der FDP seit Jahren um die Marke von etwa 70.000. Im Jahr 2021 erreichte sie mit 77.276 Mitgliedern einen vorübergehenden Höchststand, fiel aber bis 2024 und dem Ende der Ampel-Koalition um fast 10.000. Vor einem Jahr lag die Zahl bei rund 69.000 und steigt nun wieder an.
Auf dem Parteitag am 30. und 31. Mai wählten die Liberalen Wolfgang Kubicki zum neuen Vorsitzenden der FDP. Der Start gestaltete sich jedoch turbulent, da Kubicki sich gegen die überraschend angetretene Gegenkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann durchsetzen musste. Diese Kampfabstimmung und die damit verbundene Debatte über die Ausrichtung der Partei sorgten zumindest für große Aufmerksamkeit. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr sowie den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in diesem Jahr verpasste die FDP jedoch jeweils den Einzug in die Parlamente.
Kubicki setzt auf Wende in Sachsen-Anhalt
Für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September hat Kubicki das Ziel ausgegeben, mehr als fünf Prozent der Stimmen zu erreichen. „Ich mache meinen Anspruch deutlich: Wir können Sachsen-Anhalt noch drehen“, erklärte Kubicki am Wochenende im „Tagesspiegel“. Aktuelle Umfragen sehen die FDP dort derzeit bei unter drei Prozent.
Für sein Ziel, die FDP dauerhaft über der Fünf-Prozent-Hürde zu stabilisieren, setzte Kubicki eine Frist, die er mit dem Fortbestand der Partei verknüpft. Gelinge es der FDP nicht innerhalb eines Jahres, wieder eine bedeutende politische Rolle zu spielen – und zwar geschlossen –, dann könne man die Partei „zumachen“, so Kubicki. „Wir stehen vor Erfolg oder Bedeutungslosigkeit.“ Er kündigte an, weiterhin konfrontativ vorzugehen: „Ich möchte nicht von Union, Linken, Grünen oder SPD geliebt werden. Mein Ziel ist, dass die FDP wieder Respekt erfährt – und notfalls auch gefürchtet wird.“