Empörung über Rubio-Aussagen: Lawrow bezeichnet Ukraine-Konflikt plötzlich als „Trumps Krieg“
Die Äußerungen des russischen Außenministers sind selten glaubwürdig. Dennoch fällt auf, dass die einstige Begeisterung Moskaus für die Trump-Administration offenbar deutlich nachlässt.
Sergej Lawrow, der russische Außenminister, äußerte sich vor Journalisten kritisch gegenüber den USA. Besonders Aufsehen erregte seine Aussage, der Konflikt in der Ukraine sei von „Bidens Krieg zu Trumps Krieg“ geworden. Diese Darstellung wirkt absurd, da Russland allein für den Angriff auf die Ukraine verantwortlich ist.
Lawrow erklärte laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian seine These mit der amerikanischen Unterstützung für Kiew. Er bezog sich dabei auf die jüngsten pro-ukrainischen Äußerungen des US-Verteidigungsministers Marco Rubio. „Im Pentagon gibt es einen Haushalt, der die Unterstützung der Ukraine regelt“, so Lawrow.
Die US-Regierung hat ihre Hilfe für die Ukraine größtenteils zurückgefahren. Dennoch sorgte ein jüngster Beschluss des Repräsentantenhauses, der Milliardenhilfen für die Ukraine vorsieht, für Aufsehen. Dieses Gesetz muss jedoch noch vom Senat bestätigt und von Präsident Donald Trump unterzeichnet werden.
Erwartungen Moskaus an die Trump-Regierung enttäuscht
In den vergangenen Wochen lobte Rubio mehrfach die Ukraine und ihren entschlossenen Verteidigungskampf. Bei einem Nato-Gipfel in Schweden kritisierte er zudem, dass die bisherigen Verhandlungsrunden über ein Kriegsende erfolglos blieben. „Wir möchten uns nicht in endlose Treffen verstricken, die zu keinem Ergebnis führen“, erklärte er auf einer Pressekonferenz.
Derzeit finden keine direkten Verhandlungen zwischen den USA, Russland und der Ukraine statt. „Sollten sich Gelegenheiten für produktive Gespräche bieten, die Erfolg versprechen, sind wir bereit, diese Rolle zu übernehmen“, betonte Rubio.
Im Kreml hatte man einst deutlich optimistischere Erwartungen an die US-Regierung unter Trump. Grund dafür waren Trumps oft kritische Haltung gegenüber der Ukraine und die Übernahme russischer Narrative durch US-Vertreter. Dass sich Russlands Maximalforderungen zur Unterwerfung der Ukraine trotz der Unterstützung Washingtons nicht durchsetzen ließen, hat in Moskau offenbar zu einem Meinungswandel geführt.