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Dobrindt fordert Beschränkungen: Zahl der wehrfähigen ukrainischen Flüchtlinge in Deutschland steigt stark an

Dobrindt will Einschränkungen: Zahl der wehrfähigen Ukrainer in Deutschland steigt massiv

Seit Kiew die Ausreise kriegstauglicher Männer erlaubt, steigt die Anzahl ukrainischer Flüchtlinge im wehrfähigen Alter in Deutschland erheblich. Bei den Neuankömmlingen liegt ihr Anteil mittlerweile bei fast 60 Prozent. Innenminister Dobrindt möchte diese Entwicklung stoppen und ist dabei auf die Unterstützung Brüssels angewiesen.

Seit Anfang letzten Jahres hat sich die Zahl der wehrfähigen Ukrainer in Deutschland deutlich erhöht. Dies geht aus aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegen. Ursache ist offenbar die Aufhebung des Ausreiseverbots, das bis Ende August 2025 galt. Seitdem dürfen Männer zwischen 18 und 22 Jahren die Ukraine verlassen, was zuvor nur in Ausnahmefällen möglich war.

Das Bamf teilte dem RND mit, dass sich zum Stichtag 30. Mai genau 1.348.258 Personen in Deutschland aufhielten, die aufgrund des Ukraine-Kriegs eingereist sind, darunter 355.745 Männer im Alter von 18 bis 63 Jahren. Zum Vergleich: Am 8. März 2025 waren es 1.253.569 Personen, davon 297.660 Männer in der gleichen Altersgruppe.

Seit Freigabe steigt Männeranteil auf 60 Prozent

Das bedeutet: Von den in den letzten 16 Monaten neu hinzugekommenen fast 100.000 ukrainischen Geflüchteten sind etwa 60 Prozent wehrfähige Männer. Dies steht im deutlichen Gegensatz zur Anfangsphase des russischen Angriffskriegs, als überwiegend Frauen mit Kindern flüchteten. Damals betrug der Anteil alleinerziehender Frauen und ihrer Kinder unter den Zugewanderten aus der Ukraine 40 Prozent – fünfmal höher als in der Gesamtbevölkerung.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt forderte bei einem informellen Treffen der EU-Innenminister vergangene Woche, wehrfähigen Ukrainern nicht mehr automatisch Schutz über die Massenzustrom-Richtlinie zu gewähren. Stattdessen müssten sie Asyl beantragen und hätten dadurch vermutlich geringere Chancen, in Deutschland bleiben zu dürfen. Nach Informationen liegt Dobrindt mit dieser Position bei der Mehrheit der EU-Innenminister auf Zustimmung. Die EU-Kommission soll bis Ende Juni entscheiden, ob sie die Massenzustrom-Richtlinie in diesem Punkt einschränkt.