Das „Trump Phone“ ist endlich da – trotz neunmonatiger Verspätung
Obwohl das „Trump Phone“ erst mit einer Verzögerung von neun Monaten ausgeliefert wird, erinnert es stark an ein zwei Jahre altes Smartphone aus Taiwan. Es ist selbstverständlich goldfarben und trägt den Namen „Trump“ – sogar vierfach. Eine vollständige Produktion in den USA scheint jedoch nicht gegeben zu sein.
Nach einer Verzögerung von neun Monaten hat das Smartphone „T1“ der Firma Trump Mobile nun Vorbesteller und einige Journalisten erreicht, wie verschiedene US-Medien berichten. Trump Mobile agiert als Mobilfunkanbieter, verfügt jedoch über kein eigenes Mobilfunknetz.
Die Firma wurde von den Söhnen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, Donald Trump Junior und Eric Trump, gegründet. Bereits im Juni 2025 kündigte Trump Mobile an, das Gerät solle in den USA gefertigt werden. Auf der Webseite heißt es nun, das T1 sei „designed with American values in mind“ – also im Geiste amerikanischer Werte entworfen.
Was die Trump-Söhne unter amerikanischen Werten verstehen, wird beim Blick auf das Smartphone deutlich: Es ist vergoldet und auf der Rückseite prangt eine US-Flagge, die jedoch nur elf statt der üblichen dreizehn Streifen zeigt. Offensichtlich war es wichtiger, den Schriftzug „Trump Mobile“ unter der Fahne zu platzieren. Die Nutzung des Namens „Trump“ erfolgt durch eine Lizenz der Trump-Organisation.
Obwohl Donald Trump die Leitung der Holding an seine Söhne übertragen hat, bleibt er Eigentümer. Diese Verbindung führte zu Vorwürfen, er habe seine Präsidentschaft zur persönlichen Bereicherung genutzt. Für die US-Historikerin Heather Cox ist die Trump-Administration „die korrupteste US-Regierung der Geschichte“.
Das Smartphone, das ursprünglich im August 2025 erscheinen sollte, wird aktuell zu einem Einführungspreis von 499 US-Dollar angeboten. Auf der Webseite ist es weiterhin nur als Vorbestellung mit einer Anzahlung von 100 US-Dollar erhältlich. Die Plattform für Trumps nächtliche Wutausbrüche, Truth Social, ist bereits vorinstalliert.
Pat O’Brien, CEO von Trump Mobile, erklärte gegenüber „USA Today“, die Telefone seien in den USA „zusammengesetzt“ worden. Dabei würden hauptsächlich Komponenten verwendet, die „vorwiegend in Amerika hergestellt“ seien. NBC News berichtet unter Berufung auf Experten, das Gerät ähnele stark dem zwei Jahre alten HTC U24 Pro aus Taiwan. Der Name „Trump“ sei vierfach auf dem Smartphone zu finden. Auch das Technikportal The Verge kommt zu dem Ergebnis, dass das Trump-Telefon dem HTC U24 Pro „verblüffend ähnlich“ sei.
Diese Fakten laden regelrecht zu Späßen über das Trump-Telefon ein. In seiner vorletzten Show meinte der Satiriker Stephen Colbert, das einzige Trump-Produkt, das nach neun Monaten Wartezeit noch enttäuschender gewesen sei, sei Eric Trump selbst. Colbert und weitere Comedians machen oft Witze über die Beziehung zwischen Eric Trump und seinem Vater.