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CIA-Chef trifft Castro-Enkel in Havanna und überbringt US-Gesprächsangebot

Treffen mit Castro-Enkel: CIA-Chef überbringt in Havanna US-Gesprächsangebot

Die US-Regierung hat mehrfach betont, dass sie eine erneute Annäherung an Kuba anstrebt. Trotz der Aufnahme Kubas auf die Terrorliste durch Präsident Trump, wurde nun der Leiter des US-Auslandsgeheimdienstes auf die Insel entsandt, um Bereitschaft zu Gesprächen zu vermitteln – allerdings mit Auflagen.

John Ratcliffe, Direktor der CIA, traf sich in Havanna mit Vertretern der kubanischen Regierung. Laut kubanischen Angaben erfolgte das Treffen mit hohen Beamten des Innenministeriums auf Initiative der USA. Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen CIA-Insider übereinstimmend, dass Ratcliffe unter anderem Innenminister Lazaro Alvarez Casas sowie Raul Guillermo Rodriguez Castro, einen Enkel von Raul Castro, traf.

Das Nachrichtenportal Axios und der Fernsehsender NBC News zitierten einen CIA-Vertreter, wonach Ratcliffe nach Kuba gereist sei, um Präsident Trumps Botschaft zu übermitteln: Die USA seien bereit, ernsthaft über wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Themen zu sprechen, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass Kuba grundlegende Reformen umsetzt.

Die kubanische Regierung erklärte, der Besuch habe vor dem Hintergrund der komplexen bilateralen Beziehungen den politischen Dialog fördern sollen. Kubanische Delegierte konnten bei dem Treffen mit Ratcliffe und der US-Delegation klar darlegen, dass Kuba keine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstelle. Es bestehe kein Anlass, das Land weiterhin auf der US-Liste der staatlichen Terrorunterstützer zu führen, die mit Sanktionen verbunden ist. Kuba finanziere oder unterstütze keine terroristischen Gruppen und habe niemals feindliche Aktionen gegen die USA gefördert.

Zeitgleich mit dem Besuch der CIA-Delegation gab das US-Außenministerium bekannt, dass die 27-jährige kubanische Regierungskritikerin Sissi Abascal Zamora und ihre Familie in die USA ins Exil gegangen sind. Abascal wurde aus der Haft entlassen. Sie war nach den großen Protesten am 11. Juli 2021 gegen die Regierung zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Seit der Revolution 1959 sind die Beziehungen zwischen Kuba und den USA angespannt, und mit dem jüngsten Regierungswechsel in Washington haben sie sich weiter verschärft. Eine der ersten Amtshandlungen von Präsident Trump nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 war die Wiedereinstufung Kubas auf die US-Terrorliste. Er erhöhte den Druck, um auf Kuba wirtschaftliche und politische Veränderungen im Sinne der USA zu erzwingen. In den letzten Monaten haben die beiden Regierungen nach eigenen Angaben Gespräche geführt, deren Inhalte jedoch nicht bekannt sind.