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Altkanzlerin Merkel in Straßburg geehrt: EU verleiht höchsten Verdienstorden

Altkanzlerin mahnt in Straßburg: EU verleiht Merkel höchsten Verdienstorden

Erst im vergangenen Jahr wurde der Europäische Verdienstorden von der EU ins Leben gerufen. Zu den ersten 20 Geehrten zählt auch die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel, die eindringliche Worte fand.

Angela Merkel, die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin, erhielt im Europaparlament die Auszeichnung für ihr langjähriges Engagement für die Europäische Union. Bei der feierlichen Zeremonie in Straßburg mahnte die 71-Jährige, dass die Demokratie aktuell unter erheblichem Druck steht. Die CDU-Politikerin appellierte eindringlich daran, Demokratie, Frieden und Wohlstand als Versprechen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern der EU-Mitgliedsländer zu bewahren.

Im Europaparlament hob Merkel besonders die Gefahren hervor, die von sozialen Medien ausgehen, in denen „Fakten plötzlich keine Fakten mehr sind“. Dies bedrohe die Grundlagen der europäischen Aufklärung. Die Auszeichnung erhielt Merkel unter anderem für ihre maßgebliche Mitwirkung bei der Verabschiedung bedeutender europäischer Verträge sowie für ihre konsequente und prinzipientreue Führung.

Merkel zählt zu den ersten 20 Preisträgerinnen und Preisträgern dieses im Vorjahr eingeführten Ordens. Sie wurde mit der höchsten von drei Ehrungsstufen ausgezeichnet, ebenso wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der ehemalige polnische Präsident Lech Walesa. Letzterer war bei der Verleihung in Straßburg anwesend, Selenskyj hingegen nicht.

Orden auch für Bono verliehen

Während ihrer Amtszeit von 2005 bis 2021 war Merkel als europäische Krisenmanagerin bekannt. In diesen 16 Jahren musste sie Herausforderungen wie die Weltfinanzkrise ab 2007, die Eurokrise ab 2010, die Flüchtlingskrise 2015 sowie den Brexit und die Corona-Pandemie bewältigen.

Weitere Auszeichnungen erhielten vor allem ehemalige Staats- und Regierungschefs aus EU-Ländern sowie frühere Führungspersönlichkeiten von Institutionen wie der Europäischen Zentralbank und der NATO. Auch Persönlichkeiten aus Nichtregierungsorganisationen, Sport, Kirche und Musik wurden geehrt, darunter die Rockband U2 mit Frontmann Bono, der jedoch nicht persönlich anwesend war.

„Europa wurde uns nicht einfach geschenkt“, erklärte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola. Es sei „Vertrag für Vertrag, Krise für Krise“ aufgebaut worden – von Menschen, die sich für Solidarität statt Spaltung und Kooperation statt Eigeninteresse entschieden haben.