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AfD-Landtagskandidat in Verdacht: Ritual mit HJ-Lied und Neonazi-Verbindung

Verbindung zu Neonazigruppe?: AfD-Landtagskandidat soll Ritual mit HJ-Lied abgehalten haben

Nach aktuellen Umfragen erreicht die AfD in Sachsen-Anhalt über 40 Prozent. Ein vielversprechender Landtagskandidat der Partei soll laut eines Berichts Verbindungen zur verbotenen Neonazi-Organisation „Artgemeinschaft“ haben. Bei einer völkischen Feier auf seinem Grundstück soll zudem ein Kampflied der Hitlerjugend gesungen worden sein.

Simon Lansmann, AfD-Landtagskandidat in Sachsen-Anhalt, organisierte nach Recherchen des „Spiegel“ im Juni eine völkische Sonnwendfeier auf seinem Privatgrundstück. Die Polizei kontrollierte den Zugang zu der Veranstaltung und identifizierte mehrere Teilnehmer, die dem Umfeld der 2023 vom Bundesinnenministerium verbotenen Neonazi-Gruppe „Artgemeinschaft“ zugeordnet werden.

Dem Bericht zufolge fand bei der Feier ein völkisches Ritual statt, bei dem später ein Kampflied der Hitlerjugend (HJ) erklang. Das Ereignis erregt inzwischen die Aufmerksamkeit von Sicherheitsbehörden aus mehreren Bundesländern. Aus Brandenburg reiste ein AfD-Mitglied an, das früher zur „Artgemeinschaft“ gehörte, aus Nordrhein-Westfalen kam ein völkischer Aktivist, der wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Waffengesetz von Ermittlern beobachtet wird.

„Das Treffen lässt vermuten, dass die verbotene Artgemeinschaft weiterhin aktiv ist“, erklärte der Rechtsextremismusforscher Gideon Botsch von der Universität Potsdam laut dem Bericht. Die Gruppierung betrachtet sich als Bewahrer einer germanischen Rasse, propagiert „Sittengesetze“ und fordert eine „gleichgeartete Gattenwahl“ als Voraussetzung für „gleichgeartete Kinder“.

Simon Lansmann bestätigte gegenüber dem „Spiegel“ die Feier, wies jedoch die Vorwürfe eines illegalen Treffens zurück. Über seinen Anwalt ließ er mitteilen, dass zwar „nicht ausgeschlossen“ werden könne, dass an diesem Abend ein HJ-Lied gesungen wurde, dies aber nicht Teil eines „organisierten Programms“ gewesen sei. Lansmann distanziere sich ausdrücklich von der Ideologie der „Artgemeinschaft“ sowie von „nationalsozialistischem Liedgut“. Auf seinem Grundstück habe keine Fortsetzung einer verbotenen Organisation stattgefunden, und er sei an keiner solchen beteiligt.

Recherchen des Magazins ergaben zudem, dass auch Lansmanns Partnerin früher auf einer Mitgliederliste der „Artgemeinschaft“ stand. Auf Nachfrage erklärte sie über einen Anwalt, diese Zugehörigkeit habe „für ihr heutiges Leben keine Relevanz“ und sie sei keiner Nachfolgeorganisation angeschlossen.