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Quebec wirft Toronto «Angstkampagne» im Wettstreit um Verteidigungsbank vor

Quebec kritisiert Torontos «Angstkampagne» bei Verteidigungsbank-Bewerbung

Politiker in Quebec werfen Toronto vor, mit einer „Angstkampagne“ zu arbeiten, indem sie die Möglichkeit eines Quebec-Referendums ins Spiel bringen, um Montreals Bewerbung für den Sitz einer neuen multinationalen Verteidigungsbank zu schwächen.

Kanada wurde als Standort für den Hauptsitz der Institution ausgewählt, wobei Montreal, Toronto und Vancouver um das Projekt konkurrieren, das mehr als 3.000 Arbeitsplätze schaffen soll.

Der Wettstreit verschärft sich, während die Städte ihre Vorzüge präsentieren. Die Premierministerin von Quebec, Christine Fréchette, betonte die Stärken Montreals.

„Wir verfügen über Fachwissen in den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt und künstliche Intelligenz“, sagte sie und fügte hinzu, dass die Stadt bestens gerüstet sei, um die Bank aufzunehmen.

Ein Bericht in der französischsprachigen Zeitung La Presse in Quebec legt jedoch nahe, dass Befürworter in Toronto hinter den Kulissen auf die Möglichkeit eines weiteren Referendums hinweisen, um Montreal als instabilere Wahl darzustellen.

„Das ist Teil einer Angstkampagne“, erklärte der Abgeordnete der Parti Québécois (PQ), Pascal Paradis.

Die PQ liegt fünf Monate vor der nächsten Provinzwahl in den Umfragen vorn und hat angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs in ihrer ersten Amtszeit ein Referendum abzuhalten.

Paradis wies die Behauptung zurück, ein solches Vorgehen würde der Wirtschaft schaden. „Wir müssen diese Angstkampagne und Taktiken beiseitelegen“, betonte er.

Auch Québec solidaire, eine weitere souveränistische Partei, teilte diese Ansicht.
„Was ich fürchte, ist die echte Instabilität, die durch Quebecs Zugehörigkeit zu Kanada verursacht wird“, sagte der Sprecher Sol Zanetti.

Fréchette wollte sich nicht dazu äußern, ob Souveränitätsbedenken Montreals Bewerbung beeinträchtigen könnten.

„Das möchte ich nicht kommentieren“, sagte sie und fügte hinzu, dass sie wegen dieser Angelegenheit keinen Kontakt mit Ontarios Premier Doug Ford aufgenommen habe.

Die Quebecer Liberalen kritisierten den Einsatz von Referendumsängsten im Wettstreit.

„Wir appellieren an den Rest Kanadas – insbesondere an die Mitbewerber –, diese Route nicht zu beschreiten. Das ist unnötig“, erklärte der liberale Abgeordnete Marc Tanguay.

Gleichzeitig äußerte Tanguay, dass die Aussicht auf eine PQ-Regierung und ein Referendum „wirtschaftliche Unsicherheit“ schaffe.

Montreal, Toronto, Vancouver und Ottawa werden in den kommenden Wochen voraussichtlich weiterhin intensiv Lobbyarbeit leisten, während die Bundesregierung die Entscheidung über die Gewinnerstadt trifft.