Trump nach Telefonat mit Netanjahu: Iran-Gespräche laufen weiter – Israel stoppt Vormarsch auf Beirut
US-Präsident Trump sieht einen diplomatischen Erfolg für sich verbucht. Nach seinen Angaben existiert eine Vereinbarung zwischen Israel und der Hisbollah. Außerdem würden die Verhandlungen mit Iran fortgesetzt. Aus Teheran kamen zuvor jedoch andere Meldungen.
Donald Trump widersprach Berichten aus dem Iran, wonach die Verhandlungen zum Ende des Konflikts im Golf ausgesetzt seien. „Die Gespräche mit der Islamischen Republik Iran schreiten schnell voran“, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Zudem hätten Israel und die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon ihm zugesichert, die gegenseitigen Angriffe zu beenden.
Der Iran begründete den vorübergehenden Abbruch der Gespräche mit den USA laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim mit den „anhaltenden Verbrechen“ Israels im Libanon. „Das iranische Verhandlungsteam setzt daher den Dialog und den Austausch von Nachrichten über Vermittler aus“, berichtete Tasnim. Gleichzeitig drohten die iranischen Revolutionsgarden mit der Eröffnung „neuer Fronten“.
Als Bedingung für eine Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA stellte der Iran laut Tasnim die „sofortige Einstellung“ der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen und Libanon. Außerdem müsse die israelische Armee aus den besetzten Gebieten im Libanon abziehen.
„Sehr konstruktives“ Gespräch mit Netanjahu
Trump schrieb, er habe den israelischen Premier Benjamin Netanjahu sowie die Hisbollah zur Deeskalation bewegt. „Es werden keine israelischen Truppen nach Beirut entsandt, und alle bereits auf dem Weg befindlichen Truppen wurden zurückbeordert“, erklärte Trump nach einem „sehr konstruktiven“ Telefonat mit Netanjahu. „Außerdem führte ich über hochrangige Vertreter ein sehr gutes Gespräch mit der Hisbollah“, ergänzte Trump. „Sie stimmten zu, alle Schusswechsel einzustellen – Israel wird sie nicht angreifen und sie Israel nicht.“
Anfang März wurde der Libanon in den Konflikt mit Iran hineingezogen. Die von Teheran finanzierte und militärisch sowie politisch unterstützte Hisbollah greift seitdem israelische Stellungen an, während Israel Luftangriffe im Libanon fliegt und mit Bodentruppen vorrückt. Seit Mitte April gilt offiziell eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon, die jedoch von der Hisbollah nicht anerkannt wird.
Die israelische Armee ist inzwischen weiter in den Süden Libanons vorgedrungen als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Rückzug 2000. Heute veröffentlichte das Militär einen Evakuierungsaufruf für einen südlichen Vorort von Beirut.
Die USA und Israel hatten den Iran-Konflikt mit Luftangriffen am 28. Februar begonnen. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Seit dem 8. April gilt eine Feuerpause. Verhandlungen über ein Kriegsende führten bisher zu keinem Durchbruch, obwohl Trump mehrfach eine baldige Einigung ankündigte – zuletzt am Freitag.