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Strack-Zimmermann erklärt ihre überraschende Kandidatur: „Ich wollte das ursprünglich nicht“

"Ich wollte das gar nicht": Strack-Zimmermann erklärt Überraschungskandidatur

Mit ihrer unerwarteten Kandidatur für den Vorsitz der FDP hat Strack-Zimmermann innerhalb der Partei für Wirbel gesorgt. Wie sie in der Sendung „Pinar Atalay“ berichtete, fiel ihre Entscheidung dazu erst sehr kurzfristig. Grünen-Politiker Anton Hofreiter zeigte sich indes offen dafür, dass sie den Wahlgang für sich entschieden hätte.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP-Politikerin und Europaabgeordnete, entschied sich nach eigenen Angaben erst zwei Tage vor der Wahl auf dem FDP-Parteitag, gegen Wolfgang Kubicki anzutreten. Ursprünglich hatte sie nicht vor, zu kandidieren. „Ich wollte das eigentlich nicht, weil ich bereits voll ausgelastet bin“, erläuterte sie in der ntv-Sendung „Pinar Atalay“. Der Auslöser war, dass Henning Höne, der nordrhein-westfälische FDP-Landesvorsitzende, den sie unterstützte, auf eine Gegenkandidatur gegen Kubicki verzichtet hatte. Anschließend habe sie in der Partei eine zunehmende Unzufriedenheit darüber wahrgenommen, „keine Wahl zu haben“, so die 68-Jährige weiter. „Ein Gedanke führte zum nächsten, und schließlich habe ich mich entschieden.“

Strack-Zimmermann hob hervor, dass sie ihre Kandidatur bewusst erst kurz vor dem Parteitag bekanntgab. Die innerparteiliche Entwicklung habe ihr das Gefühl vermittelt, „dass ich jetzt aktiv werden sollte“. Zuvor hatte sie sogar vorgeschlagen, eine einjährige Doppelspitze mit Kubicki zu bilden. „Ich schlug ihm vor: Lass uns das probeweise für ein Jahr machen“, berichtete sie. Kubicki habe dem jedoch eine Absage erteilt.

Besonders überrascht zeigte sich Strack-Zimmermann darüber, dass ihre Kandidatur bis zum Parteitag geheim gehalten werden konnte. Nach ihren Angaben wussten nur „etwa 50 Personen“ davon. „Ich war erstaunt, dass nichts vorher durchsickerte“, meinte sie. Gleichzeitig relativierte sie den innerparteilichen Konflikt. Zwar sei Kubicki durch ihre Kandidatur betroffen gewesen, „aber er ist widerstandsfähig“. Sie sei „sehr optimistisch“, dass beide weiterhin zusammenarbeiten werden. „Das ist auch mein Wunsch“, betonte Strack-Zimmermann. Die Kampfkandidatur habe verdeutlicht, „dass Demokratie in der Partei gelebt wird“. Viele Mitglieder hätten sich eine echte Wahlmöglichkeit gewünscht: „Im Grunde habe ich die Stimmen derjenigen vertreten, die eine Alternative wollten.“

Hofreiter: Strack-Zimmermann wäre eine bessere Wahl für die FDP gewesen

Anton Hofreiter, Vorsitzender des Europaausschusses der Grünen, äußerte, dass er sich gewünscht hätte, Strack-Zimmermann hätte die Abstimmung gewonnen. „Um ehrlich zu sein: Ich hätte mir für Frau Strack-Zimmermann den Wahlsieg gewünscht“, sagte er im Gespräch bei „Pinar Atalay“. Zwar hätte dies für die Grünen „teilweise Herausforderungen bedeutet“, da Strack-Zimmermann auch Wähler anspreche, die zuletzt von der FDP zu den Grünen gewechselt seien. Dennoch wies er darauf hin, dass der jüngste Erfolg der Liberalen bei der Europawahl lag. „Es war die letzte Wahl, bei der sie die Fünf-Prozent-Hürde überwunden haben.“

Hofreiter begründete seine Präferenz vor allem mit den unterschiedlichen Flügeln innerhalb der FDP. Die Partei habe „einen liberalen Flügel, der ernsthaft regieren und verändern möchte“ und somit die Vielfalt der FDP abbildet. Daneben gebe es einen anderen Flügel, „der eher für Kubicki steht“, der die Partei auf Wirtschaftsliberalismus reduziere und sich mit Regierungsverantwortung schwer tue. Dies habe sich seiner Meinung nach mehrfach gezeigt – von der schwarz-gelben Koalition bis zur Ampel-Regierung.

Für die Demokratie und künftige Regierungsbildungen wäre ein Erfolg Strack-Zimmermanns daher vorteilhaft gewesen, sagte der Grünen-Politiker. „Ich bin überzeugt, dass es auch für die Demokratie besser gewesen wäre, wenn der regierungswillige und regierungsfähige Teil der FDP, den Strack-Zimmermann repräsentiert, gestärkt worden wäre.“

Die ntv-Sendung „Pinar Atalay“ wird heute (1. Juni 2026) um 20.15 Uhr und 23.30 Uhr auf ntv ausgestrahlt sowie auf YouTube und der Streamingplattform RTL+ verfügbar sein.