Milliardendefizit ausgleichen: Warken plant höhere Pflegebeiträge für Kinderlose
Um das milliardenschwere Defizit in der Pflegeversicherung zu beseitigen, plant die Gesundheitsministerin eine Neugestaltung der Beitragssätze. Versicherte ohne eigene Kinder sollen künftig deutlich höhere Beiträge leisten. Zusätzlich sind weitere Einsparungen vorgesehen.
Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) aus Koalitionskreisen will Bundesgesundheitsministerin Nina Warken die Beitragszuschläge für Kinderlose im Rahmen der Pflegeversicherungsreform anheben. Demnach soll der Zuschlag für Kinderlose von derzeit 0,6 auf 0,7 Prozent steigen.
Dem Bericht zufolge sollen Versicherte ohne Kinder ab einem Alter von 23 Jahren künftig einen Gesamtbeitragssatz von 4,3 Prozent zahlen. Für Versicherte mit Kindern bleiben die Beitragssätze unverändert: 3,6 Prozent bei einem Kind, 3,35 Prozent bei zwei Kindern und 3,1 Prozent bei drei Kindern, so das RND.
Warken erwartet, dass die Pflegeversicherung ohne Reformen in den nächsten zwei Jahren ein Defizit von insgesamt 22,5 Milliarden Euro anhäufen wird. Ihren Entwurf für die Pflegereform plant sie noch vor der Sommerpause einzubringen.
Bereits bekannt ist, dass Warken unter anderem bei den Zuschüssen für die Unterbringung in Pflegeheimen kürzen möchte, was die Kosten für die Bewohner deutlich erhöhen könnte. Außerdem droht ein erschwerter Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung.