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Unklarheit über Schadensausmaß: Heftige Explosionen in Kiew durch russische Raketenangriffe

Ausmaß der Schäden noch unklar: Heftige Explosionen in Kiew - Russland greift mit ballistischen Raketen an

Kiew erlebt eine dramatische Nacht: Neben Drohnen beschießt Moskau die ukrainische Hauptstadt auch mit ballistischen Raketen. Augenzeugen berichten von zahlreichen lauten Detonationen. Präsident Selenskyj hatte zuvor vor einem möglichen Einsatz der gefürchteten Oreschnik-Rakete durch Russland gewarnt.

Die russischen Streitkräfte führen einen intensiven Angriff auf Kiew mit Drohnen und ballistischen Raketen durch. Die ukrainische Luftwaffe warnt auf Telegram ausdrücklich vor einem möglichen Einsatz der neuen, besonders gefürchteten Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik.

Das Nachrichtenportal „The Kyiv Independent“ berichtete von einer „Reihe von Explosionen“ in der Hauptstadt. Auch Augenzeugen auf sozialen Netzwerken schilderten heftige Detonationsgeräusche. Der in Kiew ansässige Journalist Denis Trubetskoy bezeichnete die Nacht auf X als eine der „schlimmsten seit Februar 2022“. Tymur Tkatschenko, Leiter der Kiewer Militärverwaltung, teilte auf Telegram mit, dass nach ersten Erkenntnissen mindestens vier Stadtbezirke von den Angriffen betroffen seien. Es gebe erste Meldungen über Brände und Schäden an Wohnhäusern. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von mindestens drei Verletzten. Das gesamte Ausmaß der russischen Angriffe und deren Folgen sind bisher noch nicht vollständig bekannt. Auch andere Regionen der Ukraine wurden angegriffen.

Im benachbarten Polen erklärte das Militär auf X, dass angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine die Luftabwehr in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt wurde und Militärjets gestartet seien. Bei größeren Angriffen in der Ukraine kommt es in Polen regelmäßig zu Luftabwehr-Alarmen, bei denen auch Kampfflugzeuge von NATO-Partnern aufsteigen.

Selenskyj warnt vor Einsatz der Oreschnik-Rakete

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Samstagabend davor gewarnt, dass den ukrainischen Geheimdiensten unter anderem durch Partner aus Europa und den USA Informationen vorliegen, wonach Russland einen Angriff mit der neuartigen Oreschnik-Rakete vorbereitet. Auch die US-Botschaft in Kiew warnte, dass nach ihren Informationen „jederzeit innerhalb der nächsten 24 Stunden“ ein „möglicherweise signifikanter Luftangriff“ stattfinden könnte.

Die russische Oreschnik-Rakete ist eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete, die laut Kreml Geschwindigkeiten von über 12.000 Kilometern pro Stunde erreicht und Ziele in Entfernungen zwischen 3000 und 5500 Kilometern treffen kann. Präsident Wladimir Putin betonte, selbst moderne Luftabwehrsysteme seien „unfähig“, diese Rakete abzufangen.

Ob bei dem nächtlichen Angriff auf Kiew tatsächlich eine Oreschnik-Mittelstreckenrakete eingesetzt wurde, ist bislang nicht bestätigt. Russland hat diese ballistische Rakete mit großer Zerstörungskraft bereits zweimal in der Ukraine verwendet – einmal in der Großstadt Dnipro im Südosten ohne Sprengköpfe und zuletzt im Januar in der Westukraine.

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch kontrollierte Region Luhansk in der Nacht zum Freitag hatte Putin Vergeltung angekündigt. Dabei wurde nach russischen Angaben eine Fachhochschule mit Studentenwohnheim in der Stadt Starobilsk getroffen, wobei 18 Menschen ums Leben kamen. Kiew bestreitet einen gezielten Angriff auf Zivilisten und erklärte, das Ziel sei eine Drohneneinheit der russischen Armee in der Region Starobilsk gewesen.