Höne zieht Kandidatur zurück: Kubicki sichert sich FDP-Vorsitz
Im aktuellen Trendbarometer von RTL/ntv verharrt die FDP stabil bei drei bis vier Prozent. Angesichts der anhaltenden Herausforderungen innerhalb der Partei soll nun ein bekanntes Gesicht neuen Schwung bringen: Wolfgang Kubicki. Sein Mitbewerber um den Parteivorsitz hat seine Kandidatur zurückgezogen.
Henning Höne, Landesvorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen, hat seinen Rückzug aus dem Rennen um den FDP-Bundesvorsitz erklärt. Ein Sprecher der FDP NRW bestätigte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ), dass Höne künftig nur noch für das Amt des ersten stellvertretenden Bundesvorsitzenden kandidieren wird. Damit bleibt vorerst ausschließlich Wolfgang Kubicki als Kandidat um den Bundesvorsitz der FDP übrig.
„Es ist wichtig, alle Freiheitsbefürworter zusammenzubringen“, erklärte Höne im Doppelinterview mit Kubicki gegenüber der FAZ. „Das muss zügig geschehen – auch im Hinblick auf die aktuelle Krise der Bundesregierung.“ Beide Politiker betonten, dass sie diesen Schritt in den letzten Tagen gemeinsam abgestimmt hätten, um die Partei zu einen. Kubicki kündigte an, Höne eng in die zukünftigen Entscheidungen einzubinden. Höne, 39 Jahre alt, führt den größten FDP-Landesverband und ist Fraktionsvorsitzender in einem der wenigen Landtage, in denen die FDP noch vertreten ist. Aktuell bekleiden sowohl Höne als auch der 74-jährige Kubicki das Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der FDP.
Die FDP befindet sich in einer tiefgreifenden Krise. Bei der Bundestagswahl im Februar letzten Jahres verpasste sie die Fünf-Prozent-Hürde und schied aus dem Parlament aus. Seit mehr als einem Jahr liegt die Partei in der RTL/ntv-Trendumfrage konstant bei drei bis vier Prozent.
Die FDP ist derzeit nur in sechs von 16 Landesparlamenten vertreten. Bei den diesjährigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erlitt sie mit 4,4 beziehungsweise 2,1 Prozent deutliche Verluste. In der Folge trat die gesamte Bundesparteiführung zurück. Der bisherige Vorsitzende Christian Dürr hatte zunächst angekündigt, bei dem Parteitag Ende Mai erneut anzutreten, zog seine Kandidatur jedoch zurück, nachdem Kubicki seine Bewerbung eingereicht hatte.