Raffinerie PCK Schwedt: Staat garantiert Beschäftigung bis Ende 2026
Die Raffinerie in Schwedt stellt den Kraftstoffbedarf großer Teile Nordostdeutschlands sicher. Allerdings ist die Zukunft der Anlage aufgrund von Lieferunterbrechungen unsicher. Die Bundesregierung hat nun die Arbeitsplatzgarantie verlängert, wobei die Herkunft des Ersatzöls weiterhin ungeklärt ist.
Die Bundesregierung hat die Sicherung der Arbeitsplätze in der PCK-Raffinerie Schwedt bis Ende 2026 verlängert. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte: „Um den Standort weiter zu stabilisieren und den Beschäftigten verlässliche Perspektiven zu bieten, werden die bestehenden Regelungen zur Arbeitsplatzsicherung um sechs Monate bis Ende 2026 ausgeweitet.“ Gerade angesichts der anhaltenden Unsicherheiten ist dies ein wichtiges Signal an die mehr als 1000 Mitarbeiter.
Reiche betonte: „Die Beschäftigten der PCK tragen täglich maßgeblich dazu bei, die Energieversorgung im Nordosten Deutschlands aufrechtzuerhalten – trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen.“ Sie fügte hinzu: „Bund und Land stehen fest hinter dem Standort.“ Gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke besuchte die CDU-Politikerin die Raffinerie. Im Anschluss an eine Rundfahrt über das Gelände wurde ein Fördermittelbescheid für ein Projekt zur Produktion synthetischer Flugkraftstoffe übergeben. Die Firmen Enertrag und Zaffra planen, das Vorhaben im Industriepark der PCK umzusetzen. Hierfür wurden insgesamt 350 Millionen Euro an Fördergeldern bewilligt, wobei auch das Land sich engagieren will, wie im Januar bekannt wurde.
Die Sorgen um die Zukunft der PCK sind zuletzt durch einen Lieferstopp seitens Russland gewachsen: Seit dem 1. Mai wird kein kasachisches Öl mehr über die Druschba-Pipeline zur Raffinerie geleitet. Die Bundesregierung arbeitet daran, die ausgefallenen Lieferungen durch alternative Routen, vor allem über den polnischen Hafen Danzig, zu kompensieren. Man befinde sich „in guten Gesprächen“ mit Polen. Reiche ergänzte: „Bund, Land, Unternehmen und regionale Akteure setzen ihre enge Zusammenarbeit fort, um den Standort Schwedt mit gezielten und wirksamen Maßnahmen Schritt für Schritt zu stärken.“ Die Beschäftigungssicherung war zuletzt im Dezember 2025 um weitere sechs Monate bis Ende Juni 2026 verlängert worden.
Die PCK beliefert weite Teile Nordostdeutschlands mit Kraftstoffen. Vor dem jüngsten Lieferstopp hatte die Unternehmensvereinigung Berlin-Brandenburg davor gewarnt, dass es in der Hauptstadtregion und darüber hinaus nicht zu Engpässen bei der Versorgung kommen dürfe. Die Landesregierung zeigte sich zuversichtlich, dass die Kraftstoffversorgung an den Tankstellen derzeit gesichert sei. Gleichzeitig verhandeln die Gesellschafter der PCK sowie der Bund weiterhin über alternative Öllieferungen, um den Ausfall auszugleichen und die Auslastung der Raffinerie aufrechtzuerhalten.
Bereits in der Vergangenheit stand die PCK im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, da sie von einer deutschen Tochtergesellschaft des russischen Konzerns Rosneft kontrolliert wird. Dadurch war die Rohölversorgung der Raffinerie immer wieder infrage gestellt.