Hungerstreik im Gefängnis: Israel entlässt festgesetzte Gaza-Aktivisten
Die Gaza-Hilfsflotte versuchte, die israelische Seeblockade zu durchbrechen und dringend benötigte Hilfsgüter zu liefern. Bereits vor Kreta stoppte das israelische Militär das Vorhaben und brachte zwei Aktivisten nach Israel. Diese sprechen von einer „rechtswidrigen Entführung“. Nun erfolgt ihre Abschiebung.
Israel hat zwei Aktivisten abgeschoben, die nach der Unterbrechung der Gaza-Hilfsflotte in israelische Gewahrsam genommen worden waren. Laut einem Sprecher des israelischen Außenministeriums auf der Plattform X geschah dies nach Abschluss der Ermittlungen gegen den Spanier Saif Abu Keschek und den Brasilianer Thiago Ávila. Beide wurden der Provokation beschuldigt. Israel betonte, dass es „keinen Verstoß gegen die rechtmäßige Seeblockade des Gazastreifens tolerieren“ werde. Weitere Einzelheiten zur Abschiebung wurden zunächst nicht bekanntgegeben.
Die beiden Aktivisten befanden sich etwa eine Woche in Haft in Israel. Abu Keschek und Ávila waren in einem Gefängnis in Aschkelon inhaftiert und traten in einen Hungerstreik. Die UNO forderte Israel auf, die beiden Männer „sofort und bedingungslos“ freizulassen.
Die Menschenrechtsorganisation Adalah, die die beiden vor Gericht vertreten hatte, sprach von einer „rechtswidrigen Entführung“. Israel warf Abu Keschek, der palästinensische Wurzeln hat, Verbindungen zur Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor. Spanien forderte seine umgehende Freilassung. Ávila wurde „illegale Aktivitäten“ vorgeworfen.
Die beiden Männer nahmen an der „Global Sumud Flotilla“ teil – der bereits zweiten Initiative innerhalb eines Jahres, die darauf abzielte, Israels Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen und Hilfsgüter in das Palästinensergebiet zu bringen. Seit dem Gaza-Krieg herrscht dort ein Mangel an Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Treibstoff.
Zweifel am Völkerrecht
Die israelische Marine hatte am 30. April bei Kreta über 20 Schiffe der „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern abgefangen und nach eigenen Angaben 175 Personen festgenommen. Griechenland nahm die meisten auf und organisierte deren Rückkehr in die Herkunftsländer.
Mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, äußerten Bedenken bezüglich der Rechtmäßigkeit des Stopps in internationalen Gewässern im Hinblick auf das Völkerrecht. Israel hingegen behauptet, dass das Vorgehen im Einklang mit dem Völkerrecht stehe.
Nach Angaben der Organisatoren wollte sich die sogenannte „Global Sumud Flotilla“ im türkischen Hafen Marmaris neu formieren. Wann die Aktivisten erneut mit Hilfsgütern von Marmaris in Richtung Gazastreifen auslaufen wollen, ist bislang unklar.
Die propalästinensischen Aktivisten planen erneut, die seit 2007 bestehende israelische Seeblockade des Gazastreifens, die auch von Ägypten mitgetragen wird, zu durchbrechen und Hilfsgüter in die Konfliktregion zu bringen.