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EU plant Umgehung der Kerosinknappheit durch US-Kraftstoff

EU will Kerosinknappheit mit US-Kraftstoff umgehen

Wegen der Blockade der Straße von Hormus reduziert sich das Kerosinangebot in Europa erheblich. Um bevorstehende Engpässe zu verhindern, bereitet eine EU-Behörde den Einsatz eines neuen Kraftstofftyps vor und weist zugleich auf Unterschiede hin.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat angesichts der drohenden Kerosinverknappung den Einsatz von US-amerikanischem Kerosin ermöglicht. „Die Einführung von Jet A in Europa oder anderen Regionen stellt keine Sicherheitsrisiken dar, sofern die Umsetzung sorgfältig erfolgt“, so die EASA.

Jet A, ein in den USA hergestellter Flugtreibstoff, ist in Europa bislang nicht zugelassen. Hierzulande wird üblicherweise Jet A-1 verwendet, der sich insbesondere im maximalen Gefrierpunkt vom US-Kerosin unterscheidet. Die Behörde veröffentlichte ein Sicherheitsdokument mit Empfehlungen zur Schulung des Personals. Unter anderem wird geraten, die beiden Kraftstoffe nicht zu vermischen. Jet A wird bereits täglich für Flüge aus und innerhalb der USA sowie Kanada eingesetzt.

Die EASA kündigte zudem an, dass die Europäische Kommission Leitlinien herausgeben wird, um die Flexibilität innerhalb der aktuellen EU-Vorschriften zu verdeutlichen. Ziel ist es, die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf den Luftverkehr abzumildern.

EU warnt vor möglichen Kerosinengpässen in naher Zukunft

Die seit Wochen andauernde Sperrung der Straße von Hormus führt zu einer Verknappung des Kerosinangebotes. Die Meerenge ist seit Beginn des Iran-Konflikts faktisch blockiert. Die EU-Kommission schätzt derzeit keine akuten Engpässe, warnt jedoch vor einer möglichen Verschärfung der Lage in den kommenden Wochen und Monaten.

Bereits Mitte April hatte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft eine schnelle Zulassung von Jet A neben dem europäischen Standard Jet A-1 gefordert. Die Fluggesellschaften erhoffen sich dadurch erweiterte Importmöglichkeiten aus Übersee.