Kanadas internationale Studierendenzahlen sinken auf Pandemie-Niveau: StatCan
Nach zwei Jahren mit Einwanderungsbeschränkungen, darunter eine Obergrenze für die Anzahl der internationalen Studierenden, die ein Visum erhalten, sind Kanadas Aufnahmen von internationalen Studierenden auf das Niveau der frühen COVID-19-Pandemie zurückgegangen, zeigen vorläufige Daten von Statistics Canada.
Zwischen den Studienjahren 2003-2004 und 2023-2024 hat sich die Zahl der Vollzeit-Internationalstudierenden an öffentlichen postsekundären Einrichtungen in Kanada versechsfacht. Doch nachdem die Bundesregierung im Januar 2024 eine Obergrenze eingeführt hatte, sanken die Zahlen um ein Drittel.
Nach neuen Schätzungen verringerte sich die Zahl der Vollzeit-Internationalstudierenden an öffentlichen postsekundären Institutionen im Studienjahr 2024-2025 um vier Prozent und im Jahr 2025-2026 um 26 Prozent, so Statistics Canada.
Damit liegen die Zahlen wieder auf dem Niveau von 2021-2022, als die COVID-19-Pandemie zu einem Rückgang der Einschreibungen in ganz Kanada führte.
Im Jahr 2023 überstieg die Zahl der internationalen Studierenden an öffentlichen Colleges (288.801) erstmals die der Universitäten (284.160), doch die Einwanderungskürzungen trafen die College-Einschreibungen besonders stark.
Während im Studienjahr 2024-2025 nur ein leichter Rückgang von drei Prozent zu verzeichnen war, fiel die College-Einschreibung 2025-2026 um 40 Prozent. Das entspricht einem Rückgang der internationalen Studierenden an Colleges um 42 Prozent seit 2023-2024.
Die Einschreibungen internationaler Studierender an Universitäten sanken von 2023-2024 bis 2025-2026 um 17 Prozent und erreichten damit wieder das Niveau vor der Pandemie (2019-2020).
Ontario verzeichnete den stärksten Rückgang bei den internationalen Studierenden mit einem Minus von sechs Prozent in 2024-2025 und 36 Prozent in 2025-2026.
Im Studienjahr 2023-2024 lebten sechs von zehn internationalen Studierenden in Kanada in Ontario. Im letzten Jahr sank dieser Anteil auf 54 Prozent.
Die Einführung der Obergrenze für internationale Studierende, initiiert durch die Regierung von Justin Trudeau und fortgeführt von der Regierung Mark Carney, soll die Anzahl der temporären Bewohner Kanadas bis Ende 2027 auf unter fünf Prozent der Gesamtbevölkerung senken.
In diesem Jahr rechnet Immigration, Refugees and Citizenship Canada (IRCC) mit der Ausstellung von bis zu 408.000 Studienerlaubnissen, davon 155.000 für neu ankommende internationale Studierende und 253.000 Verlängerungen für bestehende und zurückkehrende Studierende.
Diese Zahl liegt sieben Prozent unter dem Ziel für 2025 von 437.000 und 16 Prozent unter dem Ziel für 2024 von 485.000, teilte IRCC im November mit.