Dr. Doug Ford vermittelt pro-handelsfreundliche Botschaft an Universität in Michigan
Ein kanadischer Premierminister, der eine Abschlussrede an einer amerikanischen Universität hält, ist keine alltägliche Erscheinung. Doug Ford nutzte diesen Moment bewusst und ging sogar auf die naheliegende Frage ein: Warum gerade er?
Der Premierminister von Ontario erhielt am Samstag an der Saginaw Valley State University in Michigan eine Ehrendoktorwürde und hielt dort eine Abschlussrede, in der er seine Vision präsentierte, die angespannten Beziehungen zwischen Kanada und den USA zu verbessern.
In schwarzer Talare und Mütze reflektierte Ford in seiner Rede über seine Zeit in den USA, wo er fast zwei Jahrzehnte lang im Familienunternehmen der Druckindustrie tätig war.
„Unser Erfolg und unser Wohlstand sind kein Zufall“, betonte er. „Sie basieren auf mehr als 200 Jahren gemeinsamer Arbeit auf beiden Seiten der Grenze.“
Gleichzeitig warnte Ford, dass diese Beziehungen derzeit auf die Probe gestellt werden.
„In den letzten anderthalb Jahren wurde die Partnerschaft zwischen den USA und Kanada durch Zölle und Handelskonflikte stark belastet“, erklärte er und fügte hinzu, dass die Beziehung „angespannt, erschüttert und untergraben“ sei.
„Protektionismus hat in der Geschichte der Welt nie funktioniert und wird es auch jetzt nicht tun“, sagte er.
Ford verwies auf die Kritik des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan an Zöllen und zitierte dessen Aussage: „Märkte schrumpfen und brechen zusammen. Unternehmen und Branchen schließen, und Millionen Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze.“
In den letzten Monaten hat sich Ford als entschiedener Kritiker der US-Zölle positioniert, unter anderem mit einer Anti-Zoll-Werbekampagne in den USA im Oktober sowie durch die kurzzeitige Einführung und anschließende Aussetzung eines Zolls auf Stromexporte.
In seiner Rede hob Ford hervor, wie eng die beiden Länder miteinander verflochten sind: „Unsere Wirtschaften und Kulturen sind eng verbunden“, betonte er, „Millionen von Arbeitsplätzen hängen vom grenzüberschreitenden Handel ab.“
„Ich sage immer: Man kann ein Ei nicht wieder entwirren, wir können nur die Omelette vergrößern“, fügte Ford hinzu.
Der Präsident der Universität, George Grant Jr., bezeichnete Ford als Freund und dankte ihm für seinen Einsatz für starke Partnerschaften in der Großen-Seen-Region.
Trotz der bestehenden Spannungen beendete Ford seine Rede mit einer persönlichen Botschaft: „Vergesst niemals die Bedeutung von Teamarbeit, Beziehungen und Loyalität … diese Eigenschaften werden euch zum Erfolg führen“, sagte er an die Absolventen gerichtet, die nun in einen neuen Lebensabschnitt starten.