Kanada wird Gulfstream-Jets zertifizieren und damit Trumps Konflikt lösen, sagt FAA-Chef
Der Leiter der US-amerikanischen Federal Aviation Administration erklärte am Dienstag, er erwarte, dass Kanada bald die Zertifizierung einiger Gulfstream-Geschäftsflugzeuge ankündigen werde, die sich seit Jahren verzögert hatten. Damit würde ein von Präsident Donald Trump thematisiertes Problem gelöst.
„Ich glaube, wir haben die Probleme mit Kanada geklärt“, sagte FAA-Administrator Bryan Bedford nach einem Treffen mit Abgeordneten auf dem Capitol Hill zu Reportern. „Meines Wissens wird Transport Canada die seit Jahren ausstehenden Gulfstream-Zertifizierungen bald bekanntgeben.“
Bedford rechnet damit, dass Kanada die Zertifizierungen für die Jets des US-Herstellers noch im Laufe dieser Woche verkünden wird.
Ein Sprecher von Kanadas Verkehrsminister Steven MacKinnon erklärte am Dienstag, dass die Aufsichtsbehörde Transport Canada „weiterhin mit Gulfstream und der FAA an der Zertifizierung ihrer Flugzeuge arbeitet“.
MacKinnon beantwortete vor einem Kabinettstreffen in Ottawa keine Fragen zu den Gulfstream-Zertifizierungen.
Der von General Dynamics betriebene Hersteller Gulfstream reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.
Im vergangenen Monat hatte Trump in einem Social-Media-Beitrag erklärt, die USA planten, kanadische Bombardier Global Express Geschäftsflugzeuge zu decertifizieren, und drohte mit 50-prozentigen Einfuhrzöllen auf alle in Kanada gefertigten Flugzeuge, bis Kanadas Regulierungsbehörde eine Reihe von Flugzeugen des US-Konkurrenten Gulfstream zertifiziere.
Diese Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den Nachbarländern, nachdem der kanadische Premierminister Mark Carney die internationale Gemeinschaft angesichts der US-Handelspolitik dazu aufgerufen hatte, das Ende der regelbasierten globalen Ordnung, die Washington einst unterstützte, zu akzeptieren.
Trump äußerte zudem, er plane, „ihre Bombardier Global Expresses und alle in Kanada produzierten Flugzeuge zu decertifizieren“, bis die Gulfstream-Flugzeuge zertifiziert seien.
Wäre diese Drohung umgesetzt worden, hätte dies gravierende Auswirkungen auf US-Fluggesellschaften wie American Airlines und Delta Air Lines, die für viele ihrer Regionalflüge auf kanadische Flugzeuge angewiesen sind.
Experten aus der Luftfahrtbranche bezweifeln jedoch, dass Trump die Befugnis besitzt, kanadische Flugzeuge einseitig zu decertifizieren.
Kanadische Behörden erklärten im vergangenen Monat, sie arbeiteten daran, den Zertifizierungsstreit mit Trump beizulegen.
Vertreter von Fluggesellschaften warnten, dass eine Decertifizierung aus wirtschaftlichen Gründen anderen Ländern ein mächtiges Mittel in die Hand geben und das gesamte Luftfahrtsystem gefährden könnte.
Seitdem hat Trump weitere Konflikte mit Kanada hervorgehoben. Am Montag drohte er, die Eröffnung einer 4,7 Milliarden Dollar teuren Brücke zwischen Detroit und Kanada zu verhindern, falls Kanada nicht in Handelsgespräche einsteige.