Carney bestätigt Freelands Ukraine-Rolle als passend zu ihrem Rücktritt als Abgeordnete
Premierminister Mark Carney erklärte, dass der bevorstehende Rücktritt der liberalen Abgeordneten aus Ontario, Chrystia Freeland, aus dem Unterhaus „im Einklang“ mit ihrer neuen Aufgabe als unbezahlte Wirtschaftsberaterin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stehe.
Die Konservativen hingegen fordern, dass Freeland bereits hätte zurücktreten sollen, und kritisieren, dass Carney sie nicht aufgefordert habe, dies bei der Übernahme der neuen Rolle zu tun.
Am Montag gab Freeland ihren sofortigen Rücktritt als Carneys Sonderbeauftragte für den Wiederaufbau der Ukraine sowie ihren baldigen Rücktritt als Parlamentsmitglied bekannt.
„Meiner Einschätzung nach war die Annahme dieser Funktion mit dem Rücktritt als Abgeordnete vereinbar, und ich begrüße, dass sie dies umsetzt“, sagte Carney am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der kanadischen Botschaft in Paris.
Carney, der eine Minderheitsregierung führt, betonte, er habe Freeland nicht gebeten, als Abgeordnete im Amt zu bleiben. Er befand sich in Paris zu Gesprächen mit ukrainischen Verbündeten, darunter den USA, über Sicherheitsgarantien für das kriegsgeplagte Land.
Der konservative Abgeordnete Michael Barrett äußerte am Dienstag Bedenken, dass Freeland als Beraterin einer ausländischen Regierung Zugang zu sensiblen Informationen haben könnte.
„Abgesehen davon, dass die Dienstpflicht gegenüber Kanadiern keine Teilzeitbeschäftigung ist, wirft ihre Position bei einer ausländischen Regierung, ob bezahlt oder unbezahlt, die Frage auf, welche Interessen sie priorisieren wird“, schrieb er in den sozialen Medien.
„Es ist entscheidend, dass der Premierminister Kanadas Interessen schützt und höchste Maßstäbe an Verhalten und Integrität wahrt. Er sollte nicht erst darauf warten, dass man ihn dazu auffordert.“
Freeland hat angekündigt, bei der nächsten Wahl nicht mehr anzutreten. Ab dem 1. Juli wird die scheidende Abgeordnete die Geschäftsführung der Rhodes Trust übernehmen, einer globalen Bildungsstiftung in Oxford, England.
Oppositionsabgeordnete wie der konservative Außenpolitiker Michael Chong und der interimistische NDP-Vorsitzende Don Davies betonten, dass Freeland vor der Annahme einer Position bei einer ausländischen Führungskraft aus dem Parlament hätte ausscheiden sollen.
Nach Freelands endgültigem Ausscheiden wird in ihrem Wahlkreis University—Rosedale eine Nachwahl abgehalten.