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Diplomatische Krise durch Milei: Brasilianer reagieren empört auf Beleidigungen

Brasilianer sind "empört": "Glatzköpfiger Abschaum": Milei löst diplomatische Krise aus

Bei der Nominierung eines rechtsgerichteten Präsidentschaftskandidaten in Brasilien attackierte der argentinische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva mit der Bezeichnung „Dieb“ und äußerte sich gegenüber einem Richter noch schärfer. Diese Vorfälle führten nun zu außergewöhnlichen Konsequenzen.

Nach den abwertenden Äußerungen von Argentiniens Präsident Javier Milei über Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva sowie weitere Amtsträger ist eine diplomatische Krise zwischen Argentinien und Brasilien entstanden. Die brasilianische Regierung zog ihren Botschafter aus Buenos Aires ab und forderte den argentinischen Botschafter zu einer offiziellen Stellungnahme und einer Erklärung auf, um ihre „Empörung“ auszudrücken.

Milei bezeichnete Lula am Samstag während einer Parteiveranstaltung in São Paulo indirekt als „Dieb“ und „Verurteilten“. Den Richter am Obersten Gerichtshof, Alexandre de Moraes, beschimpfte der ultrarechte Präsident als „glatzköpfigen Abschaum“. Dieser diplomatische Zwischenfall gilt als der schwerwiegendste Konflikt zwischen den beiden südamerikanischen Nachbarstaaten seit Jahrzehnten.

Das brasilianische Außenministerium erklärte, dass Milei mit seinen Aussagen nicht nur den Staatschef, sondern auch weitere staatliche Institutionen, das brasilianische Volk und die Demokratie angegriffen habe. Es gebe keinen vergleichbaren Vorfall, bei dem ein ausländischer Präsident auf brasilianischem Boden derart massiv gegen den Staatschef und andere Institutionen gewettert habe.

Brasiliens Außenminister Mauro Vieira ordnete die Rückberufung des Botschafters Julio Bitelli zu Konsultationen an. Zugleich wurde der argentinische Botschafter Daniel Raimondi ins Außenministerium in Brasília einbestellt.

Milei spricht von „antiargentinischer Kampagne“

Am Sonntag legte Milei nach. Im argentinischen Radiosender Mitre behauptete er unbelegt, die brasilianische Regierung habe ein Viertel der Mittel für eine „antiargentinische Kampagne“ bereitgestellt. Zudem seien „progressive Kräfte“ aus Mexiko und der Demokratischen Partei der USA daran beteiligt gewesen. Unterstützer Lulas hätten außerdem bereits im argentinischen Präsidentschaftswahlkampf 2023 gegen ihn agiert.

Lula erklärte bei einer Gewerkschaftsveranstaltung, er werde weiterhin „ohne Einmischung von außen“ regieren. „In Brasilien tolerieren wir es nicht, dass jemand sich in Angelegenheiten einmischt, die ihn nichts angehen“, sagte er, ohne Milei namentlich zu erwähnen.

Der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Edson Fachin, kritisierte Mileis „respektlose Äußerungen“ gegenüber Moraes. Solche Aussagen seien mit dem Anstand unvereinbar, der die Beziehungen zwischen Staaten prägen müsse.

Milei hatte an der Kür des rechtsgerichteten Senators Flávio Bolsonaro zum Präsidentschaftskandidaten für die Wahl im Oktober teilgenommen. Dabei warnte er vor einem angeblichen „Lula-Risiko“ und rief die Brasilianer dazu auf, sich von der „Unterwerfung unter die Linke“ zu befreien.

Moraes hatte Milei zuvor untersagt, den „zu Unrecht inhaftierten Freund“ Jair Bolsonaro zu besuchen. Der ehemalige brasilianische Präsident verbüßt wegen eines Umsturzversuchs eine Haftstrafe von über 27 Jahren und befindet sich aus gesundheitlichen Gründen derzeit im Hausarrest.

Die Beziehungen zwischen Lula und Milei sind angespannt. Obwohl sie sich bei internationalen Treffen begegneten, gab es bislang kein bilaterales Gespräch. Bei seiner letzten Argentinien-Reise im Jahr 2025 besuchte Lula stattdessen die ehemalige Präsidentin und heutige Oppositionspolitikerin Cristina Fernández de Kirchner, die wegen Korruption unter Hausarrest steht. Brasilien ist der wichtigste Handelspartner Argentiniens.