Audimax » Sport » Fussball » FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 » Warum England seit 1966 keine Fußball-Weltmeisterschaft mehr ausrichtet: Wann könnte die nächste im Vereinigten Königreich stattfinden?

Warum England seit 1966 keine Fußball-Weltmeisterschaft mehr ausrichtet: Wann könnte die nächste im Vereinigten Königreich stattfinden?

Warum England seit 1966 keine WM mehr ausrichtet: Wann kommt die nächste im UK?

Als das Land, das den modernen Fußball erfand und einige der ikonischsten Stadien der Welt beherbergt – denken Sie nur an die Heimstätten von Liverpool, Manchester United und City, Arsenal, Tottenham, Everton, Newcastle und viele mehr – ist Englands Bilanz als Gastgeber einer Weltmeisterschaft überraschend gering. Das Turnier fand bislang nur einmal dort statt, nämlich 1966, als Bobby Moore den Jules-Rimet-Pokal im Wembley-Stadion nach Englands legendärem Sieg gegen Westdeutschland in die Höhe stemmte.

Seitdem hat sich der Fußball grundlegend gewandelt. Die Premier League ist zur finanziell stärksten Liga der Welt avanciert, Stadien wurden auf Weltklasseniveau modernisiert, und England hat mehrfach bewiesen, dass es große internationale Sportereignisse erfolgreich ausrichten kann. Dennoch kehrte die FIFA-Weltmeisterschaft nie zurück.

Der Grund dafür liegt kaum an der Infrastruktur, sondern vielmehr an politischen Faktoren, geografischen Gegebenheiten und dem Rotationsprinzip von FIFA. Einige Kritiker vermuten zudem dunklere Hintergründe.

Warum hat England seit 1966 keine weitere WM ausgerichtet?

FIFA verfolgt seit Jahrzehnten bewusst die Strategie, die Weltmeisterschaft auf verschiedene Kontinente zu verteilen, anstatt sie immer wieder an die traditionellen Fußballnationen zu vergeben.

Nach der Austragung in England 1966 reiste das Turnier nach Mexiko, Deutschland, Argentinien, Spanien, Italien, den USA, Frankreich, Japan und Südkorea, erneut Deutschland, Südafrika, Brasilien, Russland, Katar und zuletzt 2026 in die USA, Kanada und Mexiko.

England hat mehrfach versucht, das Turnier zurückzuholen.

Die Bewerbung für die WM 1990 scheiterte an Italien, die geplante Kandidatur für 2006 wurde zurückgezogen, als klar wurde, dass Deutschland überwältigende Unterstützung genießt. Die größte Enttäuschung war die Bewerbung für 2018.

Trotz einer der technisch überzeugendsten Vorschläge erhielt England nur zwei Stimmen im FIFA-Exekutivkomitee, bevor Russland als Gastgeber ausgewählt wurde. Dieser Prozess wurde später von Korruptionsuntersuchungen überschattet, die FIFA erschütterten, wobei Englands Kampagne jedoch nie Fehlverhalten vorgeworfen wurde.

Seitdem konzentriert sich der englische Fußballverband auf andere große Turniere und war maßgeblich an der Vergabe der UEFA-Europameisterschaft 2028 an Großbritannien und Irland beteiligt.

Wann könnte England wieder eine WM ausrichten?

Die nächste Weltmeisterschaft 2030 wird hauptsächlich in Spanien, Portugal und Marokko stattfinden, wobei drei Eröffnungsspiele anlässlich des 100-jährigen Jubiläums in Uruguay, Argentinien und Paraguay ausgetragen werden. Falls Ihnen das neu ist, erklären wir es gerne.

Nach den aktuellen Rotationsregeln von FIFA sind Konföderationen, die eine WM ausrichten, in der Regel von den folgenden zwei Turnieren ausgeschlossen. Die WM 2034 wurde bereits an Saudi-Arabien vergeben.

Wird diese Regel strikt angewendet, könnte Europas Beteiligung 2030 eine Ausrichtung 2038 unwahrscheinlich machen – obwohl Deutschland und Frankreich bereits Pläne schmieden – was Nordamerika zum Favoriten machen würde.

Viele Experten vermuten jedoch, dass die Rotationsregeln anders interpretiert werden könnten, da Südamerika nur drei Eröffnungsspiele ausrichtet und nicht das gesamte Turnier gemeinsam veranstaltet. FIFA zeigte in den letzten Jahren auch bei Austragungsformaten Flexibilität, weshalb der Ablauf der Bewerbung für 2038 schwer vorherzusagen ist.

Falls UEFA wieder berechtigt sein sollte, würde England mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Favoriten zählen.

Das Land erfüllt bereits nahezu alle Anforderungen von FIFA: moderne Stadien, hervorragende Verkehrsanbindungen, umfangreiche Hotelkapazitäten und eine nachgewiesene Erfahrung in der Ausrichtung globaler Sportereignisse.

Die Austragung der Euro 2028 wird diesen Ruf weiter stärken, da ein weiteres erfolgreiches Großereignis auf Englands Konto geht – auch wenn UEFA-Turniere formal keinen Einfluss auf die FIFA-WM-Vergabe haben.

Falls 2038 aufgrund des Rotationsprinzips unmöglich sein sollte, könnte 2042 die beste Chance für England darstellen. Dann wären über drei Vierteljahrhundert seit der letzten WM im Land vergangen.

„It’s coming home“ hallt bei jedem großen Turnier durch England, doch die Rückkehr der Weltmeisterschaft hängt weniger von sportlichen Ergebnissen ab als von Entscheidungen in den Machtzentralen der FIFA.