PR-Albtraum: LaLiga-Klub steckt im erbitterten WM-Rivalitätskonflikt zwischen Spanien und Argentinien
Der Triumph Spaniens über Argentinien im WM-Finale 2026 löste in ganz Europa ausgelassene Jubelfeiern aus, doch die Stimmung bei Atlético Madrid ist deutlich komplexer.
Kein anderer Klub stellte im Endspiel eine größere Rolle als Diego Simeones Mannschaft, die vier spanische Nationalspieler sowie sechs Akteure aus Lionel Scalonis argentinischem Kader stellte. Zwar erlangt Atleti nicht den weltweiten Ruhm wie die Stadtrivalen Real oder Barcelona, doch ihr Einfluss auf internationaler Ebene wächst stetig – und bringt nun ein heikles PR-Problem mit sich.
Während in Spanien landesweit Argentinien besiegt wurde – trotz regionaler Unterschiede – gehörten die genannten sechs Atlético-Spieler zur unterlegenen Seite und sahen sich nach dem hart umkämpften Finale, das von Vorwürfen wegen taktischer Fouls und mangelndem Fairplay geprägt war, heftiger Kritik ausgesetzt. In Südamerika hingegen wird das Geschehen ganz anders bewertet.
Die sechs Spieler sind Torwart Juan Musso, Verteidiger Nahuel Molina sowie die Stürmer Julián Álvarez, Thiago Almada, Nico González und Giuliano Simeone. Der Wechsel von Rodrigo De Paul zu Inter Miami, zunächst auf Leihbasis, verringerte die potenziell noch größere argentinische Präsenz.
Besonders bemerkenswert ist, dass trotz zahlreicher Transfergerüchte alle sechs Spieler zum Zeitpunkt dieses Berichts weiterhin für Atlético Madrid aktiv sind.
Musso hat nach einer Leihe in der vergangenen Saison den endgültigen Transfer von Atalanta abgeschlossen.
Julián Álvarez sorgte mit Barcelonas öffentlichem Interesse für Schlagzeilen, doch sowohl Atlético-Präsident Enrique Cerezo als auch CEO Miguel Ángel Gil Marín betonten wiederholt, dass ein Verkauf nicht geplant sei, trotz der wachsenden Spekulationen.
Nahuel Molina und Thiago Almada wurden in den letzten Wochen mit möglichen Abgängen in Verbindung gebracht, und auch über Nico Gonzálezs langfristige Zukunft wird diskutiert. Dennoch hat keiner den Klub verlassen, und alle gehören auch in der neuen Saison zum Kader der ersten Mannschaft. Giuliano Simeone, erwartungsgemäß, hat sich unter seinem Vater nach einer weiteren Saison mit konstanten Fortschritten fest etabliert.
Der Klub hob stolz die bisher nie dagewesene Anzahl an Spielern hervor, die er im WM-Finale stellte. Doch gerade dieser Erfolg, bedingt durch das Verhalten der Albiceleste, bringt Atlético nun in eine potenziell unangenehme Lage.
Atlético pflegt seit Jahren eine enge argentinische Identität durch Diego Simeone, doch die Nachwirkungen des WM-Finales setzen mehrere eigene Spieler in direkten Gegensatz zur größten sportlichen Feier Spaniens.
Für die Fans werden Klubloyalitäten mit Beginn der LaLiga-Saison wohl bald die internationalen Rivalitäten ablösen. Einige Spieler müssen sich dann auf hitzige Empfänge auswärts einstellen.