Huthi-Miliz attackiert saudi-arabische Öltanker im Roten Meer mit Raketen und Drohnen
Nur wenige Tage nach der Drohung einer Seeblockade im Roten Meer greifen die Huthi-Milizen, Verbündete Irans, mindestens einen saudi-arabischen Öltanker an. Dieser Angriff gefährdet eine bedeutende Handelsroute mit möglichen Auswirkungen auf den globalen Handel.
Im Rahmen des andauernden Iran-Konflikts formiert sich offenbar ein weiterer Schauplatz: Die jemenitische Huthi-Miliz, die mit Teheran kooperiert, hat kurz nach der Ankündigung der Seeblockade nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker im Roten Meer beschossen. Aus Saudi-Arabien wurde bestätigt, dass mindestens ein Schiff getroffen wurde und an Bord Feuer ausbrach. Gleichzeitig führte die US-Armee bereits die zwölfte Nacht in Folge Luftangriffe auf iranische Ziele durch.
Die Huthis erklärten, sie hätten eine „gezielte militärische Aktion gegen zwei saudi-arabische Öltanker durchgeführt, die die Blockade verletzt hätten“. Die Schiffe „Encelia“ und „Layla“ seien mit Raketen sowie Drohnen attackiert worden. Laut der staatlichen saudi-arabischen Nachrichtenagentur wurde die „Encelia“ während der Fahrt im Roten Meer getroffen, was ein Feuer am Bug zur Folge hatte. Die Besatzung sei jedoch nicht in Gefahr.
Auch die britische maritime Sicherheitsbehörde (UKMTO) meldete, dass ein Öltanker im Roten Meer von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen wurde, was einen Brand auslöste. Der Vorfall ereignete sich etwa 70 Seemeilen vor dem saudi-arabischen Hafen Al Schukaik.
Gefährdung der Meerenge Bab-al-Mandab
Am Montag hatten die Huthi eine Seeblockade gegen saudische Häfen erklärt. Damit droht die Meerenge Bab-al-Mandab im Roten Meer, ähnlich wie die durch den Iran blockierte Straße von Hormus, zu einem weiteren kritischen Punkt für den Schiffsverkehr und zu einer neuen Front im Iran-Konflikt zu werden. Die Huthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden und große Teile der Westküste am Roten Meer. Von dort aus können sie mit ihrem Waffenarsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern Schiffe in der Bab-al-Mandab-Region angreifen.
Der saudische Ölexport – als größter Rohölexporteur weltweit – ist bereits durch die iranische Blockade der Straße von Hormus stark beeinträchtigt. Der Hafen Yanbu am Roten Meer ermöglichte Saudi-Arabien bislang den Export von Öl ohne Passage durch die Straße von Hormus. Eine Blockade durch die Huthi würde diese Alternative jedoch unterbinden.
US-Präsident Donald Trump warnte die Huthi davor, saudische Häfen zu blockieren: „Sollte dies geschehen, werden wir reagieren“, erklärte er. „Wir haben bereits früher gegen die Huthis vorgegangen und seitdem nichts mehr von ihnen gehört.“