Ukraine greift erneut Wildberries-Lager in Russland an: Verdacht auf Dual-Use-Güter
In den letzten Tagen hat die Ukraine mehrfach Einrichtungen des größten russischen Versandhändlers Wildberries angegriffen. Dabei wurden zwei weitere Lagerhäuser in Brand gesteckt, wobei ein Todesopfer zu beklagen ist. Präsident Selenskyj verteidigt diese militärischen Einsätze.
Bei den jüngsten Drohnenangriffen auf die Logistikzentren des Onlinehändlers Wildberries in Russland kam laut offiziellen Angaben mindestens eine Person ums Leben, 15 weitere wurden verletzt. Geschäftsführerin Tatjana Kim bestätigte, dass die Lager in den südrussischen Städten Krasnodar und Newinnomyssk evakuiert wurden.
In sozialen Medien verbreiten sich bislang nicht verifizierte Videos, die die verheerenden Brände dokumentieren sollen. Die Zeitung „Kommersant“ berichtete unter Berufung auf Experten, dass etwa sieben Prozent der Lagerkapazitäten von Wildberries mittlerweile nicht mehr einsatzfähig sind.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte die Ukraine weitere Wildberries-Logistikzentren im Raum Moskau sowie in der Region Tambow in Brand gesetzt. Dabei kamen insgesamt acht Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Wildberries gilt als das russische Pendant zu Amazon.
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte die Angriffe erneut als legitimen Teil der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg. Er schrieb auf seinem Telegram-Kanal, dass die Ziele Logistikzentren seien, die an der Versorgung der russischen Streitkräfte mit Drohnenkomponenten, Navigationsgeräten und Ausrüstung beteiligt sind, sowie ein Öllager. Zudem seien im Schwarzen und im angrenzenden Asowschen Meer ein Tanker und vier Frachtschiffe getroffen worden. Er dankte den Streitkräften für diese Erfolge und betonte, dass der Krieg berechtigterweise nach Russland zurückgetragen werde.
Nach früheren Angaben Selenskyjs lagern in den Wildberries-Lagern auch unter westlichen Sanktionen stehende Güter, die sowohl zivilen als auch militärischen Zwecken dienen können. Russische Kommentatoren vermuten, dass die Ukraine mit diesen Angriffen vor allem die russische Gesellschaft gegen den Krieg von Präsident Wladimir Putin mobilisieren möchte.
Russlands Angriff mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern
Seit über vier Jahren wehrt sich die Ukraine gegen den Angriffskrieg Moskaus – unter anderem mit Drohnenangriffen auf russische Ziele. In der vergangenen Nacht intensivierte Russland seine Luftangriffe auf die Ukraine. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzten die russischen Streitkräfte 216 Kampfdrohnen sowie drei Marschflugkörper und eine ballistische Rakete ein.
204 der Drohnen und die Marschflugkörper wurden abgefangen oder durch elektronische Flugabwehr zum Absturz gebracht. Einschläge wurden an zwölf Standorten in der Ukraine registriert. Zudem können die herabfallenden Trümmer abgewehrter Angriffe erhebliche Schäden verursachen.