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Bundesregierung sieht Streecks Leihmutterschaft anders als bei Spahn – Kein Vorwurf der Doppelmoral

"Kein Vorwurf der Doppelmoral": Bundesregierung bewertet Streecks Leihmutterschaft anders als Spahns

Im April wurde bekannt, dass Hendrik Streeck und sein Ehemann Eltern geworden sind. Das Kind wurde durch eine Leihmutter in den USA ausgetragen. Für den CDU-Politiker hat dies keine negativen Folgen, während Jens Spahn diesen Sommer eine andere Erfahrung machte. Der Regierungssprecher erläutert die Hintergründe.

Die Bundesregierung unterscheidet zwischen der Vaterschaft von Drogenbeauftragten Hendrik Streeck, die durch eine Leihmutterschaft zustande kam, und dem Fall des zurückgetretenen Unions-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn. Nach Aussage von Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin habe Streeck nach seinem Wissen keine Positionen vertreten, die seiner privaten Lebensweise widersprechen. Deshalb sei bei Streeck kein Vorwurf der Doppelmoral erkennbar.

Streeck bestätigte im April gemeinsam mit seinem Mann gegenüber der Zeitschrift „Bunte“, dass sie Eltern geworden sind. Laut dem Magazin erfolgte die Geburt des Kindes durch eine Leihmutterschaft im US-Bundesstaat Idaho. „Ja, wir können bestätigen, dass wir Eltern geworden sind“, zitiert das Magazin den Wissenschaftler. Spahn war ebenfalls durch eine Leihmutterschaft Vater, hatte jedoch ein solches Verfahren zuvor im Einklang mit der CDU-Parteiposition abgelehnt. Wegen dieser Vorwürfe trat er am Samstag als Fraktionschef zurück.

„Ich bitte um Verständnis, dass wir uns an der Diskussion um Streeck nicht beteiligen“, erklärte Kornelius mit Blick auf den Drogenbeauftragten und CDU-Bundestagsabgeordneten. Er verwies auf Streecks Privatsphäre, die respektiert werden müsse. Zudem habe Streeck die Details seiner Vaterschaft nicht selbst öffentlich gemacht, weshalb der Regierungssprecher keine weiteren Informationen habe.

In Deutschland sind Leihmutterschaften im Gegensatz zu den USA und einigen anderen Ländern verboten. „Aktuell gibt es von der Bundesregierung keine Pläne, die gesetzliche Lage zu ändern“, erklärte Kornelius. Die CDU hat sich in einem Parteitagsbeschluss gegen die Legalisierung von Leihmutterschaften ausgesprochen.