Nigel Farage gibt Parlamentsmandat ab und will bei Nachwahl antreten
Die Partei Reform UK führt in Großbritannien aktuell die Umfragewerte an. Parteichef Nigel Farage gerät jedoch aufgrund umstrittener Spenden in die Kritik und gibt nun sein Parlamentsmandat auf. Trotzdem will der Rechtspopulist, auch bekannt als „Mr. Brexit“, seine politische Laufbahn nicht beenden.
Nigel Farage, Leiter der britischen Rechtspopulisten, gibt sein Mandat im Parlament ab und plant, bei einer anstehenden Nachwahl erneut anzutreten. Dies erklärte der Vorsitzende von Reform UK, die derzeit in den Umfragen an der Spitze steht. Der frühere Brexit-Aktivist war zuvor wegen fragwürdiger Spenden in den Medien kontrovers diskutiert worden.
In einer emotionalen Rede äußerte Farage: „Noch nie in meinem Leben war ich so wütend.“ Er warf den Medien eine gezielte Kampagne gegen sich und seine Familie vor, die seine und deren Sicherheit gefährde. Den Wählern des Wahlkreises Clacton in Essex überlasse er nun das Urteil über sein Vorgehen. „Ich werde alles geben, um zu siegen,“ betonte er.
In Großbritannien sind Abgeordnete verpflichtet, Nebeneinkünfte und Spenden auch für bis zu ein Jahr vor der Wahl offen zu legen. Diese Regel führte in den letzten Wochen immer wieder zu unangenehmen Nachfragen von Journalisten gegenüber Farage.
Schon zuvor taktischer Rückzug
Die „Sunday Times“ berichtete am Sonntag, dass ein wegen Betrugs verurteilter Krypto-Unternehmer vor Farages Parlamentseinzug für seine Sicherheitskosten und Mitarbeiter aufgekommen sei. Ein Liberaldemokrat forderte daraufhin eine Überprüfung durch den Ethikbeauftragten des Unterhauses. Zudem läuft bereits ein Verfahren gegen Farage wegen einer nicht deklarierten Millionenspende eines weiteren Krypto-Milliardärs.
Farage führt die rechtsgerichtete Partei Reform UK an, die in Umfragen derzeit vorne liegt. Bei den Kommunalwahlen in England im Mai sicherte sie sich fast 1500 Sitze. Bei einer wichtigen Nachwahl für einen Parlamentssitz im Nordwesten Englands im Juni unterlag ihr Kandidat jedoch deutlich dem Labour-Politiker Andy Burnham, der als möglicher Nachfolger von Premierminister Keir Starmer gilt, der Ende Juni seinen Rücktritt ankündigte.
Für Farage, der auch als „Mr. Brexit“ bekannt ist, ist dies nicht das erste Mal, dass er taktisch zurücktritt. Nach dem für ihn erfolgreichen Brexit-Referendum 2016 legte er seinen Vorsitz bei der Ukip-Partei nieder, kehrte jedoch später als Führer der neu gegründeten Brexit-Partei ins Rampenlicht zurück. Diese Partei wurde später in Reform UK umbenannt. Auch den Vorsitz dieser Partei gab Farage nach dem tatsächlichen EU-Austritt im Frühjahr 2021 ab. Kurz vor der Parlamentswahl im Juli 2024 übernahm er erneut die Führung der Partei.