USMNT, Mexiko und Kanada gehören zu den enttäuschendsten Gastgebern der WM-Geschichte
Die USMNT, Mexiko und Kanada erhielten viel Lob für ihre Leistungen bei der WM 2026, auch wenn für alle drei Gastgeber das Turnier mit dem Ausscheiden im Achtelfinale abrupt endete.
Dennoch gab es zahlreiche Höhepunkte auf dem Weg.
Mauricio Pochettino ließ die USA am 19. Juli vom WM-Titel träumen. Mit einem vorzeitigen Sieg in Gruppe D starteten sie vielversprechend. Ein souveräner Erfolg gegen Bosnien und Herzegowina im Achtelfinale setzte die gute Form fort, doch gegen Belgien scheiterten sie in einem Spiel, das von der Suspendierung Folarin Baloguns überschattet wurde.
Mexiko gewann seine ersten vier Spiele ohne Gegentor und weckte Hoffnungen auf den Einzug ins Viertelfinale – nur zum dritten Mal überhaupt. Bei den beiden vorherigen Gelegenheiten 1970 und 1986 fand die WM in Mexiko statt. Trotz eines starken Kampfes gegen England im Achtelfinale unterlagen sie letztlich der überlegenen Offensivqualität von Jude Bellingham und Harry Kane.
Kanada erreichte erstmals einen WM-Punkt, gewann sein erstes WM-Spiel, qualifizierte sich erstmals für die K.o.-Runde und gewann dort erstmals ein Spiel. Doch gegen erfahrene, turniererprobte Teams wie die Schweiz und Marokko reichte es am Ende nicht.
Wie schneiden die WM-Gastgeber 2026 im Vergleich ab?
Die Stimmung bei allen drei Teams war überwiegend positiv, dennoch zählen ihre Leistungen zu den schwächsten unter den WM-Gastgebern seit Beginn des Turniers 1930.
Das hängt jedoch von den gewählten Bewertungskriterien ab, und es gibt mildernde Umstände, die berücksichtigt werden sollten.
Betrachtet man ausschließlich die erreichte Turnierphase zwischen 1930 und 2026, haben nur zwei Gastgeber schlechter als ein Achtelfinal-Aus abgeschnitten.
Südafrika war 2010 das erste Gastgeberland, das bereits in der Gruppenphase ausschied – ein Schicksal, das 2022 auch Katar ereilte.
1982 schied Spanien in der zweiten Gruppenphase aus, einem anderen Turnierformat geschuldet, was dennoch einen Platz unter den letzten zwölf Teams bedeutete.
Die USA waren bereits 1994 als Gastgeber im Achtelfinale ausgeschieden, was 2002 auch für den Co-Gastgeber Japan galt.
Alle anderen 18 Gastgeber kamen weiter, sechs konnten sogar den Pokal gewinnen: Uruguay (1930), Italien (1934), England (1966), Westdeutschland (1974), Argentinien (1978) und Frankreich (1998).
WM-Gastgeber nach Turnierplatzierung geordnet
Das erweiterte Format verändert die Bewertung
Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass Teams nie zuvor so viele Spiele bis zum Achtelfinale bestreiten mussten. Das auf 48 Teams erweiterte Format führte eine zusätzliche K.o.-Runde nach der Gruppenphase ein.
Gleichzeitig argumentieren manche, dass das größere Teilnehmerfeld die Qualität in den frühen Runden verwässert hat, wodurch das Weiterkommen nicht schwieriger sei als zuvor. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.
Dieser Wandel zeigt sich besonders deutlich bei Mexikos Turnierverlauf. El Tri gewann vier Spiele, um das Achtelfinale zu erreichen. Zum Vergleich: Nur fünf Gastgeber konnten bei einer WM je mehr Spiele gewinnen – ohne Elfmeterschießen. Italien (Dritter 1990) und Frankreich (Weltmeister 1998) erzielten jeweils sechs Siege.
Uruguay (1930), Italien (1934) und Argentinien (1978) gewannen alle vier Spiele und holten den Titel – genauso viele Siege wie Mexiko in diesem Jahr.
Die drei Siege der USMNT positionieren sie im Mittelfeld, gleichauf mit Brasilien, das 2014 als Gastgeber den vierten Platz belegte.
Kanada gewann zwei Spiele, ebenso viele wie die Schweiz (1954), Mexiko (1970) und Russland (2018) auf dem Weg ins Viertelfinale.
Katar 2022 bleibt der einzige Gastgeber in der WM-Geschichte ohne einen einzigen Sieg.