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Elterngeld künftig nur noch 12 Monate: Das plant das Bundesfamilienministerium

Nur noch 12 statt 14 Monate: Neue Regeln beim Elterngeld: Das plant das Bundesfamilienministerium

Das Bundesfamilienministerium unter Karin Prien arbeitet an einer Reform des Elterngeldes. Ziel der schwarz-roten Koalition ist es, die Partnerschaftlichkeit in der Elternzeit zu stärken und insbesondere die Beteiligung der Väter zu erhöhen. Gleichzeitig befürchten Fachleute Einsparungen im Haushalt.

Zukünftig müssen Eltern, die eine berufliche Pause für ihr Neugeborenes einlegen, mit Veränderungen beim Elterngeld rechnen. Ministerin Prien hat ein neues Konzept vorgestellt, das Väter stärker in die Kinderbetreuung einbeziehen soll. Zudem ist eine jährliche Einsparung von 500 Millionen Euro vorgesehen. Die staatliche Leistung soll künftig nur noch für 12 statt bisher 14 Monate gezahlt werden – vorausgesetzt, beide Elternteile nehmen jeweils mindestens drei Monate Elternzeit. Gleichzeitig sollen die monatlichen Zahlungen erstmals seit fast zwei Jahrzehnten leicht angehoben werden.

Das Familienministerium bestätigte Berichte des Portals „Politico“, wies jedoch darauf hin, dass der Gesetzentwurf noch der Ressortabstimmung bedarf. Zunächst muss die Regierung eine endgültige Einigung erzielen, bevor das Parlament darüber entscheidet. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Details:

Was versteht man unter Elterngeld?

Das Elterngeld wurde 2007 eingeführt, um Paare bei der Familiengründung zu unterstützen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Seitdem erhalten Eltern auf Antrag mindestens 300 Euro monatlich, höchstens jedoch 1800 Euro. Die Einkommensgrenze wurde zum 1. April 2025 auf 175.000 Euro Jahreseinkommen festgelegt: Paare und Alleinerziehende, die darüber liegen, erhalten keine Leistung mehr. Bisher wird das Elterngeld 14 Monate lang ausgezahlt, wenn sich beide Elternteile jeweils mindestens zwei Monate an der Betreuung beteiligen. Mit dem „Elterngeld Plus“ lässt sich die Bezugsdauer verlängern, wobei die monatlichen Beträge entsprechend geringer ausfallen.

Wer bezieht aktuell Elterngeld?

Im Jahr 2025 erhielten laut Statistischem Bundesamt rund 1,61 Millionen Personen Elterngeld, davon 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer. Aufgrund sinkender Geburtenzahlen ist die Zahl der Bezieher seit Jahren rückläufig und lag 2025 um 13,9 Prozent unter dem Wert von 2021. Der Männeranteil unter den Elterngeldempfängern betrug zuletzt 25,9 Prozent.

Die Ausgaben des Staates für das Elterngeld gingen laut Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe in den letzten Jahren stetig zurück – bedingt durch die geringere Geburtenrate. Während 2022 noch etwa 7,6 Milliarden Euro ausgezahlt wurden, sanken die Kosten 2025 auf knapp 7,1 Milliarden Euro.

Bereits im Koalitionsvertrag 2025 hatten Union und SPD vereinbart, das Elterngeld weiterzuentwickeln. Dabei sollte der Fokus auf mehr Anreizen für partnerschaftliche Aufteilung der Erziehungszeit liegen, insbesondere auf einer stärkeren Einbindung der Väter. Aktuell erhöht sich der Reformdruck durch Sparvorgaben.

Welche konkreten Änderungen sind geplant?

Das neue Modell von Ministerin Prien sieht vor, dass das Elterngeld nur noch für 12 statt 14 Monate gezahlt wird und die Väterzeit auf drei Monate angehoben wird. Laut „Politico“ heißt es im Gesetzentwurf: „Drei Monate sind künftig jedem Elternteil fest zugeordnet. Die übrigen sechs Monate können flexibel zwischen den Eltern aufgeteilt werden.“ Alleinerziehende können weiterhin bis zu zwölf Monate vollen Elterngeldbezug erhalten.

Der Mindestbetrag soll von 300 auf 330 Euro steigen, der Höchstbetrag von 1800 auf 1900 Euro. Grundsätzlich bleibt die Regelung bestehen, dass das Elterngeld 65 Prozent des Nettoeinkommens beträgt. Zudem enthält der Gesetzentwurf eine Änderung des Mutterschutzgesetzes: Arbeitszeitbeschränkungen sollen künftig nur noch zwölf Monate nach der Geburt gelten.

Welche Auswirkungen sind zu erwarten?

Der Deutsche Frauenrat bewertet die geplanten Kürzungen im Haushalt des Familienministeriums kritisch. Dieser werde im kommenden Jahr um acht Prozent sinken und bis 2029 sogar um bis zu 20 Prozent schrumpfen, warnte Vorsitzende Beate von Miquel. Ausgerechnet bei der beliebtesten familienpolitischen Leistung, dem Elterngeld, werde gespart. „Die Bundesregierung hatte jungen Familien im Koalitionsvertrag versprochen, ihre Familienplanung durch verbesserte Leistungen zu unterstützen“, erklärte von Miquel. „Nun sollen allein im kommenden Jahr hier 500 Millionen Euro eingespart werden. Mütter werden diese Einschnitte zulasten ihrer Berufstätigkeit ausgleichen müssen.“

Auch das Zukunftsforum Familie warnt vor Kürzungen beim Elterngeld und fordert stattdessen eine Anhebung des Mindestbetrags auf 506 Euro sowie eine anschließende Dynamisierung der Leistung.

Welche Wünsche haben Eltern?

In einer 2025 von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Umfrage unter 2.500 Personen gaben 45 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer an, sie bevorzugten ein „egalitäres Modell“ beim Elterngeld: Jeder Elternteil solle sieben Monate Elternzeit nehmen – bezogen auf die bisherige Gesamtdauer von 14 Monaten Elterngeld. Ein solches Modell wurde im Familienministerium zwar einmal diskutiert, aber nicht weiterverfolgt. 39 Prozent unterstützten die bisherige Aufteilung von zwölf Monaten für die Mutter und zwei Monaten für den Vater.

Die Studienautoren kamen zu dem Ergebnis, dass eine Erhöhung der Vätermonate auch volkswirtschaftlich sinnvoll wäre. Dadurch könnten Frauen schneller in den Beruf zurückkehren, was dem Fachkräftemangel entgegenwirken würde. Zudem wurden Eltern gefragt, was ihnen in der Kinderphase sonst noch helfen würde: Die häufigste Antwort war „Weniger Bürokratie und eine einfachere Antragstellung“, was 44 Prozent nannten.