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Ausreise in die USA: Pastor der chinesischen „Untergrundkirche“ aus Haft entlassen

Ausreise in die USA: Pastor von "Untergrundkirche" in China aus Haft entlassen

Im Oktober 2025 führte die Inhaftierung von Jin Mingri zu weltweiter Empörung. Jetzt wurde er freigelassen und offenbar in die USA gebracht.

Der Pastor einer bekannten Untergrundkirche in China ist aus der Haft entlassen worden. Wie die christliche Menschenrechtsorganisation ChinaAid berichtete, wurde Jin Mingri freigelassen und bereits in die Vereinigten Staaten gebracht. Er traf demnach bereits am Samstag in Los Angeles ein.

Bob Fu, Gründer von ChinaAid, drückte seinen Dank gegenüber US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio aus, die sich im Hintergrund für die Freilassung eingesetzt hatten. Trump hatte die Inhaftierung Jins bei seinem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Mai zur Sprache gebracht. Nach Angaben chinesischer Behörden erfolgte die Freilassung als Ergebnis des Gesprächs zwischen Xi und Trump und „anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstags“.

Menschenrechtsorganisationen und Angehörige berichteten, dass im vergangenen Oktober landesweit fast 30 Mitglieder der Zion-Kirche festgenommen wurden. Darunter war auch Jin, der in seinem Haus in der südlichen Provinz Guangxi wegen des „Verdachts auf illegale Nutzung von Informationsnetzwerken“ festgenommen wurde. Er hatte die Kirche 2007 gegründet. 2018 hatten die chinesischen Behörden die Kirche in Peking geschlossen und Jin, dessen Familie in den USA lebt, mit einem Ausreiseverbot belegt.

Bundesregierung kritisierte die Razzien scharf

Trotzdem existierte die Zion-Kirche weiterhin und gewann im Untergrund zunehmend Anhänger. Neben kleinen Versammlungen in etwa 40 Städten Chinas veranstaltet sie auch Gottesdienste per Videokonferenz. Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurde Jin in China vorgeworfen, Informationsnetzwerke illegal genutzt zu haben.

In China dürfen Christen ihren Glauben offiziell nur in staatlich anerkannten Kirchen öffentlich ausüben, die der Kontrolle der Kommunistischen Partei unterliegen. Viele Gläubige weichen jedoch auf nicht registrierte Untergrund- oder Hauskirchen wie die Zion-Kirche aus. Die Festnahme von Jin und die Razzien gegen die Zion-Kirche hatten international Kritik hervorgerufen, auch aus Deutschland: Der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Thomas Rachel, forderte die unverzügliche Freilassung aller Kirchenmitglieder.