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Parteitag gestartet: Chrupalla betont Regierungsbereitschaft der AfD

Parteitag eröffnet: Chrupalla: AfD steht bereit zum Regieren

Zum Auftakt des Bundesparteitags in Thüringen unterstrich die AfD-Spitze ihren Anspruch auf politische Macht. Co-Vorsitzender Tino Chrupalla erklärte, die Partei sei bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Parteichefin Alice Weidel richtete eine deutliche Kampfansage an ihre politischen Gegner.

Die AfD signalisierte bei ihrem Parteitag in Erfurt klar, dass sie sich auf die Übernahme von Regierungsverantwortung vorbereitet. „Wir werden als Sieger hervorgehen“, erklärte Co-Vorsitzender Tino Chrupalla bei der Eröffnung vor den Delegierten. Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland fügte er hinzu: „Vielleicht regieren wir bald sogar eigenständig.“ Dies sei ein wichtiges Signal an jene, die versuchten, den Parteitag mit Blockaden zu verhindern.

Der Start des Parteitags wurde von massiven Protesten begleitet. Das antifaschistische Bündnis „Widersetzen“ setzte sich zum Ziel, den Parteitag durch Blockaden komplett zu stoppen. Dennoch erreichten die ersten Delegierten bereits in der Nacht vor Beginn der Straßenblockaden mit Bussen das Messegelände in Erfurt. So konnte der Parteitag planmäßig beginnen.

Weidel: „Wir lassen uns nicht unterkriegen!“

Chrupalla warf den Demonstranten vor, gegen die demokratische Willensbildung zu agieren. „Sie meinen, die Demokratie exklusiv für sich zu beanspruchen. Diesen Demonstranten entgegne ich: Diese Demokratie gehört ebenso uns wie euch.“ Das Abhalten von Parteitagen sei ein verbriefter demokratischer Anspruch, so Chrupalla weiter. „Diese Chaoten sind das letzte Aufgebot unserer parteipolitischen Gegner.“

Auch AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel richtete eine klare Kampfansage an die politischen Kontrahenten und Gegendemonstranten. „Ihr werdet uns nicht kleinbekommen! Im Gegenteil, wir wachsen stetig und werden immer stärker!“, rief sie unter großem Jubel ins Publikum. Sie forderte ihre Partei dazu auf, das Land in den Farben Schwarz-Rot-Gold zu gestalten.

Proteste gegen „gefährliche, faschistische Partei“

Die Protestierenden verteidigten ihre Aktionen rund um den Parteitag in Erfurt. „Die AfD ist eine gefährliche, faschistische Partei“, erklärte Noa Sander, Sprecherin des Bündnisses „Widersetzen“. Die Partei verfolge Ziele wie Massenabschiebungen, ethnische Säuberungen und die Umsetzung einer faschistischen Agenda – und das genau hier in den Messehallen in Erfurt. Dies dürfe nicht zugelassen werden. Das Bündnis zog mit 17.000 Menschen vor Ort eine positive Bilanz, während die Polizei von insgesamt 20.000 Demonstranten sprach.

Viele AfD-Delegierte zeigten beim Parteitag Deutschland-Fahnen. Weidel berichtete, die AfD habe derzeit 75.000 Mitglieder, was einen deutlichen Zuwachs bedeutet. Ende 2024 waren es noch etwa 50.000. Sie zeigte sich zuversichtlich, bald die Marke von 100.000 Mitgliedern zu überschreiten. Die politischen Gegner hätten der AfD schon ihr Ende vorausgesagt, doch das Gegenteil trete ein: Die Partei wachse und sei bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Die AfD, die in Umfragen an Stärke gewinnt, möchte sich als verbindende Kraft darstellen, betonte auch Chrupalla. „Wir stehen für Zusammenhalt, nicht für Spaltung.“ Ziel sei es, dass in Deutschland alle gemeinsam „Wir“ sagen könnten. Andere Parteien müssten akzeptieren, wenn die AfD Wahlerfolge erzielt. „Das ist das Schöne an der Demokratie, es ist der Wille der Wähler“, so Chrupalla. „Wahlen sind das wahre Fest der Demokratie.“

Kritik an der Brombeer-Koalition in Thüringen

Chrupalla übte ebenfalls Kritik an der Koalition aus CDU, BSW und SPD in Thüringen, die nach der Landtagswahl 2024 gebildet wurde, obwohl die AfD dort die meisten Stimmen erhielt. „Eigentlich müssten wir in Thüringen regieren. Doch die Wahlverlierer haben sich zusammengeschlossen“, sagte Chrupalla beim Bundesparteitag in Erfurt. Die sogenannte Brombeer-Koalition verfüge über keine eigene Mehrheit und sei kein zukunftsfähiges Modell.

Bei der Landtagswahl 2024 wurde die Thüringer AfD mit Spitzenkandidat Björn Höcke mit 32,8 Prozent stärkste Kraft im Bundesland. Dennoch steht die AfD im Freistaat politisch isoliert da. CDU, BSW und SPD formierten eine Koalition, die im Parlament genauso viele Sitze hält wie die Opposition aus AfD und Linken.