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25-Milliarden-Euro-Defizit: Ökonom warnt vor mehr Schwarzarbeit ohne Minijobs

25-Milliarden-Euro-Loch: Ökonom: Ohne Minijobs gibt es mehr Schwarzarbeit

Die Rentenkommission plant, Minijobs künftig ausschließlich Schülern zu erlauben. Diese Maßnahme stößt auf Kritik. Ein Fachmann für Schattenwirtschaft warnt vor einer starken Zunahme illegaler Beschäftigung. Auch der Handel sieht darin eine ernste Gefahr für seine Branche.

Ökonom Friedrich Schneider lehnt den Vorschlag der Rentenkommission, Minijobs größtenteils abzuschaffen, entschieden ab. „Ich bin gegen die Abschaffung der Minijobs, da dadurch die Schwarzarbeit deutlich ansteigen wird – nach meinen ersten Schätzungen um mindestens 25 Milliarden Euro im Jahr 2027“, erklärte der Wissenschaftler gegenüber der „Bild“-Zeitung. Langfristig hätte dies erhebliche Auswirkungen auf Deutschland. Schneider gilt als anerkannter Experte für Schattenwirtschaft.

Die wichtigsten Vorschläge der Rentenkommission wurden am Samstagabend bekannt, eine offizielle Präsentation ist für Dienstag geplant. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur sollen künftig beitragsfreie Minijobs ausschließlich Schülern vorbehalten sein. Ziel ist es, einen Anreiz für längere wöchentliche Arbeitszeiten zu schaffen.

Handelsverband warnt vor Folgen der Abschaffung

Schneider betonte, dass die Einführung der Minijobs eine der erfolgreichsten Maßnahmen gegen Schwarzarbeit gewesen sei. „Die Schwarzarbeit sank 2003 um etwa 20 bis 23 Milliarden Euro.“ Nach Schätzungen von Schneider beläuft sich der Wert der Schwarzarbeitsleistungen in Deutschland aktuell auf rund 500 Milliarden Euro jährlich.

Minijobs sind Beschäftigungsverhältnisse mit einem Einkommen bis zu 603 Euro monatlich, für die nur geringe Sozialabgaben und Steuern anfallen.

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) warnte eindringlich vor der Abschaffung der Minijobs. Für die Branche wäre dies „in den ohnehin wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein schwerer Schlag“, erklärte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth gegenüber der „Bild“. Derzeit sind etwa 800.000 Minijobber im Handel tätig. „Minijobber sind unverzichtbar, um Spitzenzeiten abzufedern. Ohne sie müsste die Branche noch stärker auf Digitalisierung setzen, um den Personalmangel zu kompensieren.“