Ukrainische Drohnen erreichen Ölraffinerie in Tjumen – 2000 Kilometer hinter der Grenze
Im Rahmen ihres Widerstands gegen die russischen Besatzungstruppen intensivieren die Ukrainer ihre Drohnenangriffe auf die gegnerische Ölindustrie. Kurz nach dem beeindruckenden Angriff auf Moskau berichten nun Städte in Sibirien, hunderte Kilometer vom Kriegsgeschehen entfernt, von Angriffen durch ukrainische Drohnen.
Nach Angaben russischer Behörden haben Drohnen eine Ölraffinerie in der westsibirischen Region Tjumen ins Visier genommen. Der Gouverneur Alexander Moor erklärte, dass die Anlage unversehrt geblieben sei. Die Beschäftigten wurden evakuiert, und Einsatzkräfte untersuchen derzeit die Absturzstelle der Trümmer. Tjumen liegt etwa 2000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Das russische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass in der Nacht zum Samstag 187 ukrainische Drohnen von der Luftabwehr abgeschossen wurden, unter anderem in der Region Moskau.
Unterdessen forderte ein russischer Luftangriff auf die nordostukrainische Stadt Charkiw laut Behörden einen Todesopfer. Bürgermeister Ihor Terechow berichtete, dass unter den Trümmern eines zerstörten Wohnhauses eine Leiche gefunden wurde. Zudem wurden nach Angaben des Regionalgouverneurs Oleh Synehubow neun Personen verletzt.
In der südukrainischen Region Cherson wurde einer 72-jährigen Frau bei einem Drohnenangriff laut lokalen Behörden Verletzungen zugefügt. Bei einem weiteren Angriff in Cherson wurden drei Personen verletzt.
Seit über vier Jahren verteidigt sich die Ukraine mit Unterstützung des Westens gegen die russische Invasion. Bei ihren Gegenangriffen, auch im russischen Hinterland, fokussiert sich Kiew insbesondere auf die russische Ölindustrie. Ziel ist es, die Treibstoffversorgung der russischen Streitkräfte zu stören und die für Moskaus Kriegsfinanzierung bedeutenden Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu verringern.
Kürzlich hat die Ukraine ihre Gegenoffensiven deutlich ausgeweitet. Am Donnerstag führte die ukrainische Armee ihren bislang größten Angriff auf die russische Hauptstadt durch und traf dabei auch eine wichtige Ölraffinerie. Aus immer mehr russischen Gebieten sowie den von Russland kontrollierten Regionen werden Berichte über Benzinknappheit laut. Die Moskauer Regierung hat zudem einen Exportstopp für Kerosin verhängt.