Audimax » Politik » Grünen-Chef kritisiert scharf: Banaszak wirft Merz bewusste Täuschung vor

Grünen-Chef kritisiert scharf: Banaszak wirft Merz bewusste Täuschung vor

Grünen-Chef teilt aus: Banaszak: Merz erzählt Leuten "einen Scheiß"

Friedrich Merz gilt als der am wenigsten beliebte Kanzler in der Geschichte der Bundesrepublik – für Grünen-Chef Felix Banaszak ist das kein Zufall. Auf einem Parteitag übte er scharfe Kritik: Merz habe den Bürgerinnen und Bürgern absichtlich falsche Versprechen gemacht und behandele sie nicht auf Augenhöhe, sondern von oben herab.

Mit deutlichen Worten griff der Bundesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, den Bundeskanzler an. „Friedrich Merz wird gerade durch seine eigenen Versprechungen eingeholt“, erklärte Banaszak auf einem Landesparteitag in Troisdorf bei Bonn. „Jeder mit einem Grundkurs Mathematik hätte erkennen können, dass gleichzeitig keine neuen Schulden, Steuersenkungen sowie höhere Ausgaben für Verteidigung und andere Bereiche versprochen werden können“, so der 36-Jährige. „Doch Merz hat sich bewusst entschieden, den Menschen Unwahrheiten zu erzählen.“

Merz habe vor einiger Zeit in einem Interview selbst eingeräumt, an seiner Kommunikation arbeiten zu müssen, berichtete Banaszak. Diese Einschätzung greife jedoch zu kurz. Das eigentliche Problem liege nicht in der Kommunikation, sondern in einer falschen Grundhaltung Merz’.

Aktuellen Umfragen zufolge ist Merz mittlerweile der unbeliebteste Kanzler der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nur 14 Prozent der Deutschen sind laut dem RTL/ntv-Trendbarometer zufrieden mit seiner Arbeit, während 85 Prozent unzufrieden sind. Selbst innerhalb der eigenen Union überwiegt mit 55 Prozent die Unzufriedenheit, bei SPD-Anhängern liegt der Anteil sogar bei 84 Prozent.

Wer ein verunsichertes Land in einer tiefen wirtschaftlichen Krise, das nach Zusammenhalt, Zugehörigkeit und Heimat sucht, voranbringen will, „muss auch zeigen, dass er dieses Land und seine Bürgerinnen und Bürger schätzt – vielleicht sogar liebt – statt ihnen von oben herab zu begegnen, sie zu belehren und zu beschimpfen“, betonte der Grüne unter großem Applaus der Parteitagsteilnehmer.

Die Bevölkerung sei erschöpft und habe das Vertrauen in die Politik verloren. „Erstens glaubt niemand mehr daran, dass sich etwas verbessert – und wenn doch, befürchtet man, selbst der Leidtragende zu sein.“