Trotz Minen nimmt der Transit zu: Iran verlangt schriftliche Anmeldung für Hormus-Passage
Nach dem Abschluss des US-Iran-Abkommens verzeichnet die Schifffahrt in der Straße von Hormus erstmals seit Monaten wieder einen leichten Aufwärtstrend. Allerdings sind vor der Durchfahrt umfangreiche bürokratische Anforderungen für die Reedereien zu erfüllen.
Im Anschluss an die Einigung zwischen Iran und USA über eine vorübergehend freie Passage durch die Straße von Hormus hat die Islamische Republik neue Vorschriften für die Zukunft angekündigt. Laut der neu gegründeten Persian Gulf Strait Authority werden in einem Zeitraum von 60 Tagen keine Gebühren für Sicherheitsdienste, Umweltschutzmaßnahmen und Versicherungen erhoben, wie auf Englisch auf X mitgeteilt wurde.
Bereits seit einiger Zeit war abzusehen, dass der Iran im Rahmen des Abkommens mit den USA Gebühren für die Nutzung der bedeutenden Meerenge einführen will. Neu in der aktuellen Mitteilung ist der Hinweis auf mögliche Versicherungsgebühren. Auch die britische „Financial Times“ berichtete unter Berufung auf Schifffahrtsinsider, dass sich neue Versicherungsbedingungen für die Straße von Hormus abzeichnen.
Während der Übergangsphase müssen Anträge zur Durchfahrt bei der Behörde online mindestens 48 Stunden im Voraus eingereicht werden, wie die iranische Behörde mitteilte. Als Kontaktmöglichkeiten wurden eine E-Mail-Adresse sowie eine Webseite angegeben. Außerdem ist eine verpflichtende Versicherung für die Passage vorgeschrieben.
Unklarheit über Anzahl der Minen in der Meerenge
Der Anbieter von Schifffahrtsdaten „AXSMarine“ meldete indes den stärksten Anstieg der Durchfahrten durch die Meerenge innerhalb der letzten zwei Monate. Am Donnerstag wurden 25 Transits gezählt. Vor Beginn des Konflikts lagen die täglichen Passagen bei über hundert. Zudem verzeichnete das Unternehmen zuletzt die größte Störung von Schiffssignalen seit Kriegsbeginn.
Unklar bleibt weiterhin, ob und wie viele Seeminen der Iran in dem Gebiet ausgelegt hat. Die britische Zeitung „Guardian“ zitierte Phil Belcher, Schifffahrtsexperten des Verbands Intertanko, wonach nach seinem letzten Kenntnisstand 80 Minen in der Meerenge verlegt wurden. Ein Bericht von Mitte Mai, veröffentlicht vom US-Sender CBS News unter Berufung auf anonyme US-Geheimdienstquellen, nennt mindestens zehn identifizierte Minen in dem Seegebiet.