Explosion in der Nähe der Präsidentin Costa Ricas: Anschlag oder illegaler Bergbau?
Mit dem Ziel, die Gewaltkriminalität wirksam zu bekämpfen, sicherte sich Laura Fernández im Februar den Sieg bei den Präsidentschaftswahlen in Costa Rica. Im Juni wurden Anschlagspläne gegen sie bekannt. Nun ereignete sich in den Bergen eine dramatische Explosion.
Die Präsidentin Costa Ricas, Laura Fernández, wurde nach einer Explosion in einem Gebiet, das für illegalen Bergbau berüchtigt ist, in Sicherheit gebracht. Laut Berichten im Fernsehen befand sich die Staatschefin am Freitag im Dorf Crucitas in der Bergregion nahe der nicaraguanischen Grenze, als die Detonation zu hören war. Die Ursache der Explosion war zunächst unbekannt. Gegenüber Journalisten erklärte die rechtsgerichtete Politikerin später, der Vorfall zeige die Gefahren in jener Region, in der kriminelle Gruppen Gold abbauen und dabei die Umwelt schädigen.
Videoaufnahmen des Ereignisses zeigten, wie bewaffnete Leibwächter Fernández zu Boden brachten und in ein Fahrzeug eskortierten. „Es fühlte sich an wie eine Filmszene“, berichtete Fernández anschließend vor Medienvertretern. „Sie packen dich an den Haaren, reißen dich zu Boden und bringen dich in ein Auto“, ergänzte sie. Sie sei gemäß Protokoll untersucht worden und befinde sich wohlauf.
Im Juni gab die Regierung des zentralamerikanischen Staates bekannt, Hinweise erhalten zu haben, dass in einem Gefängnis ein Plan zur Ermordung der Präsidentin geschmiedet wurde. Die 39-jährige Fernández trat im Mai ihr Amt als Nachfolgerin ihres politischen Förderers Rodrigo Chaves an. Mit ihrem Versprechen, entschlossen gegen Kriminalität vorzugehen, hatte sie die Wahl im Februar mit deutlicher Mehrheit gewonnen. Costa Rica galt lange als eines der sichersten Länder der Region, doch die Gewaltkriminalität in dem Land mit 5,2 Millionen Einwohnern ist zuletzt stark angestiegen.