Hat der US-Präsident die Wahrheit verdreht? Trumps Ballsaal kostet Steuerzahler wohl 300 Millionen Dollar
US-Präsident Trump ließ den historischen Ostflügel des Weißen Hauses für ein Herzensprojekt abreißen. Dort soll ein neuer Ballsaal entstehen – nach Trumps Angaben vollständig durch private Spenden finanziert. Nun zeigt sich jedoch, dass das Vorhaben deutlich teurer wird als bisher angegeben, und die Steuerzahler dafür aufkommen müssen.
Entgegen Trumps wiederholten Behauptungen wird offenbar rund die Hälfte der Kosten für den geplanten Ballsaal neben dem Weißen Haus durch öffentliche Gelder gedeckt – etwa 300 Millionen Dollar. Die „Washington Post“ berichtet unter Berufung auf Dokumente des Bauunternehmers, dass die Gesamtkosten der Bauarbeiten voraussichtlich 600 Millionen Dollar betragen werden, von denen mehr als die Hälfte aus Steuermitteln stammen soll.
Die Zeitung weist zudem darauf hin, dass dieser Kostenvoranschlag dem Weißen Haus vorlag, bevor Trump erklärte, sein Projekt werde „nicht vom Steuerzahler“ finanziert. Fünf Monate nach dem Abriss des historischen Ostflügels behauptete der Präsident demnach wissentlich, dass der imposante Ballsaal inklusive eines darunterliegenden Bunkers lediglich 400 Millionen Dollar koste und private Spender die gesamten Ausgaben tragen würden.
Als Trump diese Aussagen im März tätigte, hatte seine Regierung laut der „Washington Post“ bereits mehr als ein Dutzend Zahlungen in Höhe von mehreren zehn Millionen Dollar an die verantwortliche Baufirma aus öffentlichen Mitteln genehmigt.
Für den Ballsaal, dessen Eröffnung für September 2028 geplant ist, ließ Trump im vergangenen Jahr den Ostflügel abreißen, der ursprünglich im Jahr 1902 errichtet worden war. Daraufhin reichte eine Denkmalschutzorganisation Klage gegen das Projekt ein. Sie argumentierte, weder der Präsident noch der National Park Service, der für das Gelände zuständig ist, hätten das Recht, das historische Gebäude ohne ausdrückliche Zustimmung des Kongresses abzureißen.
Im April erlaubte jedoch ein US-Berufungsgericht die Fortsetzung der Bauarbeiten. Der Ballsaal soll unter anderem mit einem Bunker, einem drohnensicheren Dach sowie kugelsicherem Glas ausgestattet werden.