Zwischenlagerung in Brokdorf: Letzte Atommüll-Behälter aus Sellafield kehren nach Deutschland zurück
Deutschland lässt seinen Atommüll in Großbritannien aufarbeiten. Nun werden die letzten sieben Castor-Behälter von dort zurückgebracht und hierzulande zwischengelagert, bis ein endgültiges Endlager in Deutschland verfügbar ist.
Der finale Transport radioaktiver Abfälle aus der Aufbereitungsanlage Sellafield in Großbritannien hat Deutschland erreicht. Ein Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) berichtete, dass das Schiff mit den letzten sieben Castor-Behältern aus der Wiederaufbereitung heute Morgen in Brunsbüttel eingetroffen ist. Dort begann bereits das Umladen auf Spezial-Lkw.
Die Behälter sollen voraussichtlich am Mittwoch zum Zwischenlager des stillgelegten Kernkraftwerks Brokdorf (Kreis Steinburg) an der Elbe gebracht werden. Die genaue Transportstrecke wird aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht. Im Lager in Brokdorf befinden sich derzeit bereits 76 Atommüllbehälter.
Es ist der erste Transport radioaktiver Abfälle aus der Wiederaufbereitung nach Schleswig-Holstein überhaupt, so der Sprecher. In Brokdorf wird der Müll zwischengelagert, bis in Deutschland ein Endlager für hochradioaktiven Abfall zur Verfügung steht.
Das Spezialschiff liegt im Hafen von Brunsbüttel vor Anker. Mehrere Einsatzkräfte sichern das Hafengelände ab, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Bislang gab es keine Demonstrationen. Das Bündnis „Castor stoppen“ hat für morgen Mahnwachen am S-Bahnhof Hamburg-Barmbek sowie an weiteren Orten entlang der möglichen Transportstrecke und am Kernkraftwerk Brunsbüttel angekündigt.
Bei dem Atommüll handelt es sich um Überreste von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken, die in England wiederaufbereitet wurden. Deutschland ist völkerrechtlich verpflichtet, diesen Müll zurückzunehmen. Die Rückführung von Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague wurde bereits 2024 abgeschlossen.