Bericht: Russland hinter Brandanschlägen auf Starmer – Teil einer Moskauer Kampagne?
Die britische Regierung zählt zu den bedeutendsten Unterstützern der Ukraine im Kampf gegen Russland. Aktuelle Recherchen von Journalisten deuten darauf hin, dass der russische Staat gezielt darauf abzielt, die britische Bevölkerung zu spalten und dabei auch Premierminister Keir Starmer ins Visier nimmt.
Nach Berichten aus Großbritannien wird der russische Staat für eine Serie von Anschlägen und Sabotageakten im Vereinigten Königreich verantwortlich gemacht, darunter drei versuchte Brandstiftungen mit direktem Bezug zu Regierungschef Starmer. So berichtet etwa die BBC, dass für einen Angriff auf das Wohnhaus des Premiers ein 22-jähriger ukrainischer Bauarbeiter angeworben wurde, der über sein Ziel vor der Tat kaum informiert war. Als Drahtzieher gilt ein junger russischer Diplomat, Sohn eines ranghohen Beamten, der somit enge Verbindungen zu den höchsten Machtstrukturen in Moskau unterhält.
Dem Bericht zufolge wurde der ukrainische Bauarbeiter inzwischen wegen Verschwörung zur Brandstiftung verurteilt. Sein Auftraggeber hatte ihm in einer Nachricht mitgeteilt: „Du hast das Haus einer sehr bedeutenden Persönlichkeit in Großbritannien angegriffen. Ich überweise dir Geld, du musst die Stadt verlassen.“
Insgesamt gab es drei versuchte Brandanschläge mit Bezug zu Starmer: Im Norden Londons brannte im vergangenen Jahr ein Auto, das zuvor dem Premier gehörte. Zudem wurden am Eingang von Wohnhäusern, in denen Starmer früher lebte, Feuer gelegt. Neben dem ukrainischen Bauarbeiter wurde auch ein in der Ukraine geborener rumänischer Staatsbürger vor Gericht verurteilt.
Die Recherche ergab, dass diese Brandanschläge „Teil einer umfassenden Kampagne aus Sabotage, Provokation und Desinformation waren, die bis in die russische Staatsführung hineinreichte“, so die BBC.
Russische Agenten hätten ihre Sabotage- und Provokationsaktionen aus der Ferne über soziale Medien und die Messenger-App Telegram gesteuert. Dabei seien auch gefälschte rechtsextreme und muslimische Online-Gruppen gegründet worden, um Vandalismus im Vereinigten Königreich zu organisieren und die britische Gesellschaft zu spalten.
Von Russland aus betriebene Konten verbreiteten Falschinformationen über die Motive der Brandanschläge auf Starmer, die unter anderem vom rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson geteilt wurden. Im vergangenen Jahr wurden allein in London sechs Moscheen und eine islamische Schule mit islamfeindlichen Graffitis beschmiert, nachdem eine solche Online-Gruppe eine Belohnung dafür ausgelobt hatte.
Die russische Botschaft in London wies „jeden Versuch zurück, Russland oder sein Außenministerium mit rechtswidrigen Aktivitäten in Verbindung zu bringen“. Russland stelle keine Gefahr für das Vereinigte Königreich oder seine Bevölkerung dar.