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Als Diplomat in den Big Apple

Als Diplomat in den Big Apple
National Model United Nations (NMUN)
New York. Einmal diplomatische Luft schnuppern, in einer internationalen Gemeinschaft arbeiten, verhandeln und politische Erfolge feiern – fünf Tage lang war dies im April rund 5000 Studenten aus aller Welt möglich. Im Herzen New Yorks,  in zwei Hotels am Times Square, kamen sie zusammen, um nicht nur über aktuelle Probleme der Welt zu sprechen, sondern darüber hinaus internationale Freundschaften zu schließen.

Wie international unsere Gemeinschaft dabei tatsächlich war, merkten wir schnell; unsere Tischnachbarn kamen aus Japan und berichteten von der aktuellen Lage nach dem Tsunami, aus den USA oder aus Ägypten, mit einem neuen Gefühl von Freiheit. Und mittendrin waren wir: Eine 23-Studenten starke Delegation der Eberhard Karls Universität Tübingen, die gemeinsam Argentinien in verschiedenen Ausschüssen der UNO vertrat.

Gemeinsam mit meiner Komitee-Partnerin war ich im größten dieser Ausschüsse, der Hauptversammlung, deren 3. Komitee fünf Tage lang vor allen Dingen „Alternative Entwicklungsstrategien im Kampf gegen den weltweiten Drogenhandel“ beschäftigte. Dass der Diplomatenberuf dabei Knochenjob wie Traumberuf zugleich sein kann, merkten wir schnell: Es galt nicht nur, unter Zeitdruck Reden zu schreiben und frei zu halten, sondern auch, die Ziele des eigenen Landes authentisch und effizient auf der internationalen Bühne umzusetzen – ein gar nicht leichtes Unterfangen, wenn sich Veto-Mächte, wie die USA querstellen.

Ein ganzes Semester wurden wir auf diese Konferenz vorbereitet. Ein Aushang des Instituts für Politikwissenschaften hatte mich auf diese einzigartige Möglichkeit aufmerksam gemacht. Dass das Seminar und alle seine Vorbereitungszeit dabei kein Spaziergang werden würden, darauf machte uns Seminarleiterin und Doktorandin Ingvild Bode, schnell aufmerksam: Rede- und Konfliktkompetenz mussten trainiert werden, englische Diplomatensprache sowie der „Konferenz-Knigge“ in Fleisch und Blut übergehen, ebenso das gesamte UN-System erfasst werden –  vor allen Dingen aber mussten wir „unser“ Land Argentinien kennen lernen. Auf die Probe gestellt wurde unser Wissen dabei vor allen Dingen in kleineren MUNs in Hohenheim und Tübingen, wie sie im Vorfeld zum Highlight in New York überall auf der Welt stattfinden.

Belohnt für so viel Arbeit wurden wir mit unvergesslichen Momenten in der Metropole der Diplomatie, kleinen Erfolgen, neuen Freunden und Erkenntnissen, die einen kein Seminar lehren kann. Das nächste NMUN kann kommen…