Drohnenangriffe auf St. Petersburg: Schwarze Rauchwolken über der Stadt
In St. Petersburg richtet Kremlchef Putin ein Wirtschaftsforum aus, bei dem Russland trotz bestehender Sanktionen einen besonders prunkvollen Auftritt anstrebt. Doch ein Angriff der Ukraine bringt eine erhebliche Störung mit sich.
Am Eröffnungstag des Wirtschaftsforums in St. Petersburg griffen ukrainische Drohnen nach Angaben aus Russland und der Ukraine Energie- sowie Militäreinrichtungen der Stadt an. Der Gouverneur Alexander Beglow berichtete, dass mehrere Infrastruktureinrichtungen beschädigt wurden, jedoch keine Todesopfer zu beklagen seien. Laut Kiew zielten die Attacken darauf ab, das dreitägige Wirtschaftsforum, an dem auch Kremlchef Wladimir Putin teilnimmt, zu beeinträchtigen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab bekannt, dass das Ölterminal in St. Petersburg Ziel des Angriffs war. Zusätzlich wurde eine Rüstungsfabrik in der russischen Oblast Tambow, südlich von Moskau gelegen, beschossen. Selenskyj veröffentlichte auf Online-Plattformen ein Video mit Aufnahmen eines brennenden Öllagers. Aufgrund der Angriffe stellte der größte Flughafen in St. Petersburg für mehrere Stunden den Betrieb ein.
In den sozialen Medien verbreiteten sich Aufnahmen einer schwarzen Rauchwolke über St. Petersburg. Gouverneur Beglow bestätigte, dass es einige Verletzte gebe. „Einige Anlagen wurden beschädigt. Derzeit laufen die Aufräumarbeiten“, erklärte er, ohne nähere Details zu den Schäden zu nennen. Alle Einsatzkräfte befinden sich laut seinen Angaben in erhöhter Alarmbereitschaft.
Dieser Alarm überschattet das sonst üblicherweise prächtig inszenierte Forum, das Gäste aus aller Welt bis Samstag anzieht. Putin fungiert in seiner Heimatstadt als Gastgeber. Erwartet werden zahlreiche Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Ländern, unter anderem aus Deutschland.
Rund 20.000 Teilnehmer aus 130 Ländern sollen an dem Treffen teilnehmen. Das St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF) wird seit 1997 jährlich von der russischen Regierung veranstaltet und gilt als Plattform für den „Dialog zwischen Geschäftsleuten aus Russland, aufstrebenden Märkten und der gesamten Welt“.
Auch AfD-Politiker nehmen an dem Forum teil, bei dem Russland demonstrieren möchte, wie es seine Wirtschaft trotz Krieg und westlicher Sanktionen stabil hält. Aus Deutschland reisen die AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier und Steffen Kotré nach St. Petersburg.