Tobias Harris von den Pistons prägt sein Playoff-Image neu
Die Detroit Pistons haben zuletzt fünf Playoff-Spiele in Folge gewonnen, wobei ihr erfahrener Forward Tobias Harris maßgeblich zum Erfolg beiträgt. Nach sieben aufeinanderfolgenden Spielen mit mindestens 20 Punkten korrigiert Harris ein bislang ungerechtes Bild von sich.
Wahrscheinlich wegen seines großen Vertrags wurde Harris während seiner Zeit bei den Philadelphia 76ers häufig als Sündenbock für Playoff-Niederlagen herangezogen. Bei den Pistons hat er sich hingegen als verlässlicher zweitbester Punktesammler hinter Cade Cunningham etabliert und unterstützt sein Team mit defensivem Einsatz und Rebounds.
Tobias Harris‘ Playoff-Leistungen übertreffen seinen Ruf
Obwohl Harris oft gute Leistungen zeigte, geriet er bei den 76ers-Fans bei enttäuschenden Playoff-Aus in die Kritik. So erzielte er 2021 in den NBA-Playoffs durchschnittlich 21,8 Punkte und 8,5 Rebounds. 2019 legte er als dritter Scorer hinter Joel Embiid und Jimmy Butler 15,5 Punkte sowie 9,2 Rebounds auf, und 2022 erreichte er 16,9 Punkte bei einer Dreierquote von 38,6 Prozent als vierte Option.
In einer Vier-Spiele-Sweep-Serie 2020, als Ben Simmons fehlte, hatte Harris eine schwierige Phase und erzielte 2024 einstellig. Dabei spielte er trotz einer ernsten Kopfverletzung durchgehend weiter.
Im Gesamten erzielt Harris in den Playoffs sogar mehr Punkte als in der regulären Saison. In dieser Saison liegt sein Playoff-Schnitt bei 21,3 Punkten gegenüber 13,3 in der regulären Spielzeit. Zudem profitiert er gegen die Defensive der Cleveland Cavaliers, die sich auf Cunningham konzentriert, indem er günstige Matchups ausnutzt.
Tobias Harris als erfahrener Führungsspieler der Pistons
Die Pistons vollzogen einen beeindruckenden Sprung von 14 Siegen in 2023-24 auf 60 Siege in dieser Saison. Harris spielt dabei eine zentrale Rolle. Als 15-jähriger Profi hat er verschiedene Rollen eingenommen – vom jungen, spielfreudigen Spieler über Hauptscorer bis hin zum vielseitigen Akteur auf beiden Forward-Positionen.
Seine Vielseitigkeit ist für die Pistons enorm wertvoll: Er bringt sowohl Schusskraft als auch defensive Beweglichkeit mit, um in einer Aktion gegen Evan Mobley und in der nächsten gegen James Harden zu bestehen. In neun Spielen sammelte Harris 15 Steals und acht Blocks, während die Pistons in vier dieser Begegnungen ihren Gegner unter 100 Punkten halten konnten.
Die Kritik an Harris rührt hauptsächlich von seinem üppigen Vertrag aus dem Jahr 2019 her, doch es ist nicht seine Schuld, dass der GM der Sixers viele Draft-Picks für ihn eintauschte und ihm einen Maximalvertrag gab. Angesichts der zahlreichen Probleme der Sixers war es ein klarer Vorteil, Harris gesund und einsatzbereit zu haben – ohne dass er Trades forderte oder in den Playoffs aus Angst vor Fouls Dunks ausließ.
Heute verdient Harris 26,6 Millionen Dollar – und niemand beschwert sich. In den neun bisher absolvierten Playoff-Spielen hat er jeden Cent wertvoll gezeigt.