Die fünf größten Überraschungen der ersten Runde des NBA Drafts
Der NBA Draft begann relativ unspektakulär, da die ersten Picks genau wie erwartet verliefen. Doch jeder Draft hält Überraschungen bereit – hier sind die bemerkenswertesten der Nacht.
1. Morez Johnson Jr., Dallas Mavericks, Nr. 9
Morez Johnson wurde nicht nur früher als prognostiziert ausgewählt, nämlich an neunter Stelle von den Dallas Mavericks, sondern er trifft auch direkt auf seinen College-Coach von Michigan, Dusty May. Dies geschieht nur einen Tag nachdem die Mavericks May als Cheftrainer verpflichtet haben.
Es gibt kaum Beispiele dafür, dass ein Trainer seine College-Spieler direkt mit ins NBA-Team nimmt, mit einer Ausnahme: Rick Pitino und die Boston Celtics in den 1990er-Jahren. Pitino übernahm Antoine Walker, einen ehemaligen Spieler, und draftete 1997 mit dem sechsten Pick den Freshman Ron Mercer. Die „Kentucky Celtics“ hatten drei verlorene Saisons, bevor Pitino entlassen wurde – allerdings verfügten sie nicht über einen Spieler wie Cooper Flagg.
2. Ebuka Okorie, Detroit Pistons, Nr. 17
Als Freshman an der Stanford University führte Ebuka Okorie die ACC in Punkten an. Er besticht durch hohe Geschwindigkeit, Balance und eine beeindruckende Fähigkeit, in die Zone zu gelangen. Mit 1,85 m und 84 kg wird er jedoch wahrscheinlich defensiv und beim Abschluss Schwierigkeiten haben.
Ein defensivstarkes Team wie die Detroit Pistons, das offensiv oft Probleme hat, sieht in Okories Offensivpotenzial vermutlich den größeren Wert – vor allem, wenn er sofort als Scorer von der Bank punkten kann. Deshalb tauschten sie gleich drei Zweitrundenpicks, um Okorie an Position 17 zu bekommen.
3. Tarris Reed Jr., San Antonio Spurs, Nr. 26
Reed passt gut zu den San Antonio Spurs als kräftiger, physischer Center, der Victor Wembanyama als Backup unterstützen und im Post sowohl punkten als auch passen kann. Warum sie jedoch von Pick 35 auf 26 hoch tauschten, nachdem sie mit Jayden Quaintance an Position 20 bereits einen anderen Backup-Center drafteten, ist weniger nachvollziehbar. Möglicherweise sicherten sie sich gegen Quaintances Knieprobleme aus der letzten College-Saison ab. Dennoch wirkt es eigenartig, zwei große Spieler ohne Wurfstärke zu verpflichten, zumal Luke Kornet bereits im Team ist und ein echter Power Forward benötigt wird.
4. Alex Karaban, Sacramento Kings, Nr. 29
Alex Karaban gewann bei UConn zwei Meistertitel und erreichte ein weiteres Mal das nationale Finale. Er ist zweifellos ein Spieler mit Siegermentalität, allerdings auch ein sportlich begrenzter Athlet, der defensiv und beim Wurf noch Arbeit vor sich hat. Die Sacramento Kings schätzten ihn so sehr, dass sie einen zukünftigen Zweitrundenpick opferten, um von Position 34 auf 29 vorzurücken. Dennoch wäre Karaban auch an 34 eine gewagte Wahl gewesen.
5. Das vergleichsweise geringe Handelsaufkommen
Die Trades in diesem Draft waren überwiegend kleinerer Natur. Die Memphis Grizzlies sicherten sich fünf zukünftige Zweitrundenpicks, um von Platz 16 auf 21 abzusinken, während die New York Knicks fünf Zweitrundenpicks erhielten, indem sie komplett aus der ersten Runde ausstiegen – und planen, auch Pick 31 zu veräußern.
Vielleicht hat die abwartende Haltung der Teams wegen des Giannis Antetokounmpo-Wechsels die Bewegung im Spielermarkt eingefroren. Trotz zahlreicher Spekulationen über mögliche Transfers – darunter Trey Murphy III oder mehrere teure Spieler der Oklahoma City Thunder – wurden alle Draft-Nacht-Deals ausschließlich gegen Geld und Zweitrundenpicks eingetauscht.