Clippers setzen unbeirrt auf Kawhi Leonard
Die Los Angeles Clippers sind seit Monaten in einen umfangreichen Skandal um die Umgehung der Gehaltsobergrenze verwickelt.
Dem Journalisten Pablo Torre zufolge hat Teambesitzer Steve Ballmer Aspiration genutzt, ein mittlerweile insolventes Unternehmen, das von Joe Sanberg mitbegründet wurde — der inzwischen wegen Betrugs verhaftet wurde —, um Kawhi Leonard heimlich zu bezahlen.
Torre legte mehrere erdrückende Beweise für die Umgehung vor, darunter Zeugenaussagen von Whistleblowern und Zahlungsnachweise, doch die NBA führt weiterhin eine eigene Untersuchung durch.
Sollte eine Schuld festgestellt werden, drohen den Clippers harte Strafen, unter anderem möglicherweise die Aufhebung des Vertrags. Aufgrund von Leonards Comeback und guter Gesundheit kursieren daher auch einige Handelsgerüchte.
Doch es scheint, als wolle Ballmer um jeden Preis an Leonard festhalten. Laut ESPN-Journalist Anthony Slater wird Leonard nicht zum Verkauf stehen.
Clippers wollen Kawhi Leonard nicht abgeben
Quellen aus der Liga berichten, dass Ballmer eine klare Haltung gegen einen Trade einnimmt und lieber weiterhin um seinen Star-Forward herum aufbauen möchte, schrieb Slater.
Ob die Clippers das Unternehmen tatsächlich zur Gehaltsmanipulation genutzt haben, bleibt abzuwarten, obwohl die Beweislage belastend ist.
Es gibt bereits einen ähnlichen Präzedenzfall: Die Minnesota Timberwolves wurden 1999 der Umgehung der Gehaltsobergrenze für schuldig befunden. Damals entzog Kommissar David Stern ihnen die nächsten fünf Erstrunden-Draftpicks und verhängte eine Geldstrafe von 3,5 Millionen Dollar.
Kommissar Adam Silver scheint jedoch nicht gewillt, gegen den reichsten Eigentümer der Liga hart durchzugreifen. Seine Vorgehensweise ist deutlich eigentümerfreundlicher, und die Integrität des Spiels steht seit seinem Amtsantritt nicht mehr im Vordergrund seiner Prioritäten.
Ballmer verfügt über Einfluss und Macht innerhalb der Liga, und allein die Tatsache, dass er Leonard nicht abgeben will, könnte auf eine vergleichsweise milde Strafe für eine früher als Kardinalsünde angesehene Verfehlung hindeuten.