Kolumbiens WM-Ende nach Elfmeterschießen: Schweiz zieht weiter ein
Kolumbiens Traum von der Weltmeisterschaft endete gegen die Schweiz. Néstor Lorenzos Mannschaft schied im Achtelfinale aus, nachdem sie im Elfmeterschießen mit 3:4 gegen die Schweizer verloren hatte – nach einem 0:0-Unentschieden nach regulärer Spielzeit und Verlängerung im BC Place in Vancouver, Kanada.
Eng umkämpfte erste Halbzeit in Vancouver
Die Partie begann mit hohem Tempo, beide Teams versuchten, das Spiel zu bestimmen, ohne jedoch die Kontrolle zu übernehmen. Klare Torchancen waren in den Anfangsminuten selten. Kolumbien setzte früh auf hohes Pressing, um den Spielaufbau der Schweiz zu stören, während die Schweizer geduldig den Ball zirkulieren ließen und nach Lücken suchten.
Im Verlauf der ersten Halbzeit übernahm Kolumbien zunehmend die Ballkontrolle mit langen Passkombinationen – ein Markenzeichen ihrer WM-Kampagne. Diese Dominanz führte zur ersten großen Chance, als Luis Díaz Gustavo Puerta am Strafraumeck bediente. Puerta schoss präzise aufs Tor, doch Torhüter Gregor Kobel zeigte eine hervorragende Flugparade und klärte zur Ecke.
Nach der Trinkpause steigerte sich die Schweiz und hatte in der 30. Minute fast die Führung erzielt. Nach einer schlechten Klärungsaktion gelangte der Ball zu Fabian Rieder im Strafraum. Sein flacher Schuss wurde von Camilo Vargas gehalten, der den Abpraller jedoch nicht kontrollieren konnte, bevor Johan Mojica die Gefahr beseitigte. Zwei Minuten später prüfte Dan Ndoye Vargas erneut, doch der kolumbianische Torwart blieb aufmerksam.
Kolumbien tut sich nach der Pause schwer
Die Schweiz startete mit viel Schwung in die zweite Halbzeit und setzte immer wieder Angriffe über die linke Seite. Fast hätte Djibril Sow nach einer flachen Hereingabe allein vor dem Tor getroffen, doch er verpasste den Ball. In der 52. Minute kam Fabian Rieder mit einem Freistoß nahe am Torerfolg vorbei, als der Ball knapp am Außennetz landete.
Kolumbien fand nach Wiederanpfiff nur schwer zurück ins Spiel. Die Ballkontrolle ging verloren, die Pässe wurden ungenauer, und die Müdigkeit machte sich bemerkbar, sodass das Team oft zu weit auseinandergezogen war. Trotzdem suchten Lorenzos Spieler weiterhin Chancen, wenn auch mit weniger Nachdruck. Luis Javier Suárez vergab eine klare Gelegenheit, als sein Schuss aus kurzer Distanz am Tor vorbeiging.
Als Reaktion brachte Lorenzo Juan Fernando Quintero und Jaminton Campaz für Jhon Arias und James Rodríguez, der mit David Ospina nun den Rekord für die meisten Einsätze in der kolumbianischen Nationalmannschaft teilt. Auch Richard Ríos und Juan Camilo „Cucho“ Hernández wurden eingewechselt, während das Spiel ausgeglichen blieb und nur wenige klare Chancen bot.
Kolumbien hatte weiterhin Schwierigkeiten, den Ball zu halten, und die Wechsel konnten den Spielfluss nicht verbessern. In den Schlussminuten der regulären Spielzeit erhöhte die Schweiz den Druck, wobei Djibril Sow einen weiteren Schuss knapp am Tor vorbeischickte. Kolumbien hielt dagegen und zwang das Spiel in die Verlängerung.
Die besten Chancen in der Verlängerung
In der Verlängerung verlangsamte sich das Spieltempo deutlich, da beide Teams der Erschöpfung Tribut zollen mussten. Kolumbien kam dem Führungstreffer am nächsten: Juan Fernando Quintero schlug eine Ecke von links, und Jhon Lucumís wuchtiger Kopfball prallte an den Pfosten. Wenig später versuchte Jaminton Campaz einen Weitschuss, doch Kobel lenkte den Ball zur nächsten Ecke.
Zwei Minuten vor Ende der ersten Verlängerungshälfte verpasste die Schweiz fast die Führung. Zeki Amdouni fand im Strafraum Platz, doch Camilo Vargas parierte erneut glänzend. In der 115. Minute vergab Campaz eine weitere Riesenchance, als sein Schuss aus vielversprechender Position über die Latte ging.
Schweiz gewinnt im Elfmeterschießen
Die Schweiz sicherte sich mit einem 4:3-Sieg im Elfmeterschießen den Einzug ins WM-Viertelfinale. Granit Xhaka, Zeki Amdouni, Cedric Itten und Ruben Vargas verwandelten ihre Strafstöße für die Schweizer. Für Kolumbien trafen Juan Fernando Quintero, Jaminton Campaz und Luis Díaz, während Davinson Sánchez an den Pfosten schoss und Gregor Kobel den Versuch von Juan Camilo „Cucho“ Hernández parierte.
Im Viertelfinale trifft die Schweiz nun auf Argentinien, das Ägypten mit 3:2 besiegte. Das Spiel findet im Kansas City Stadium am Samstag, den 11. Juli, statt.