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Brasilien scheidet gegen Norwegen aus: Erling Haaland trifft doppelt beim WM-2026-Sensationserfolg

Brasilien ausgeschieden: Haaland erzielt zwei Tore bei WM 2026 Überraschung

Brasilien ist bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Carlo Ancelottis erstes Abenteuer als Trainer der Seleção endete auf die bitterste Weise. Haaland, beflügelt von einer herausragenden zweiten Halbzeit seines Teamkollegen Schjelderup, schoss Norwegen ins Viertelfinale und katapultierte sich selbst in den Kampf um den Goldenen Schuh. Mit nun sieben Toren in seinem ersten WM-Turnier zeigt er sich eiskalt und gnadenlos – der „Cyborg“, den jede Mannschaft fürchtet.

Ancelottis größte Herausforderung bestand darin, den verletzten Lucas Paquetá im Mittelfeld zu ersetzen, der für den Rest des Turniers ausfiel. Paquetá hatte zwar nicht sein bestes Niveau gezeigt, war aber defensiv unverzichtbar gewesen. Stattdessen erhielt Gabriel Martinelli, der Held im Spiel gegen Japan, den Vorzug. Es war ein volles Risiko, gleich vier Angreifer aufzustellen, um Sørloth, Ødegaard und vor allem Haaland in Schach zu halten.

Brasiliens Suche nach dem jogo bonito

Nach einem verhaltenen Beginn fand Brasilien besser ins Spiel. Noch keine Minute war gespielt, als Berg mit Sørloth kombinierte und traf, doch der Treffer wurde aberkannt. Ein erster Warnschuss. Brasilien antwortete prompt. Kurz darauf wurde Cunha im Strafraum gefoult, und nachdem der VAR die ursprüngliche Schiedsrichterentscheidung korrekt revidierte, trat Bruno Guimarães zum Elfmeter an – doch er scheiterte.

Dieser Fehlschuss weckte die Brasilianer auf. Das Mittelfeld kam in Fahrt, Casemiro unterbrach das Spiel des Gegners und bestimmte das Tempo wie zu seinen besten Zeiten bei Real Madrid, Bruno Guimarães rückte vor, Martinelli bewegte sich in einer tieferen Rolle zwischen den Linien, und Vinicius blieb auf der linken Seite stets gefährlich.

Vinicius übernahm die Führung der Seleção und setzte diese Rolle vollends um. Viele hatten behauptet, Brasilien sei nicht mehr Brasilien, der Zauber des jogo bonito verloren – vielleicht galt das vor Ancelottis Amtsantritt.

Einer von Ancelottis größten Erfolgen war es, Vinicius völlige Freiheit zu gewähren. Der Flügelspieler zeigte eine beeindruckende erste Halbzeit, auch wenn ihm weder ein Tor noch eine Vorlage gelang. Ob ein präziser Außenrist-Flankenball oder das Wegnehmen des Balls von Ødegaard im Strafraum – Nyland blieb unüberwindbar.

Trotz Brasiliens Chancen blieben die Norweger bei Kontern gefährlich. Brasilien präsentierte sich offensiv gefährlich und defensiv stabil. Haaland war zunächst unauffällig, sein persönliches Duell mit Gabriel Magalhães war spannender als seine Offensivaktionen. Die beiden kennen sich aus der Premier League und versuchten ständig, sich gegenseitig zu provozieren. Brasilien steigerte sich und wirkte im bislang härtesten Test endlich wieder wie Brasilien.

Leb wohl, Neymar

Brasiliens größtes Problem war erneut ein zu zögerlicher Einstieg ins Spiel. Auch die zweite Halbzeit verlief ähnlich, weshalb Ancelotti Endrick brachte, um einen Durchbruch zu erzwingen. Mit seiner allerersten Ballberührung hatte der Youngster die beste Chance für Brasilien. Von Vinicius geschickt, stand er frei vor Nyland, konnte aber nicht vollenden.

Das Spiel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Rayan, eines von Ancelottis persönlichen Projekten, verpasste knapp, ehe Alisson mit einer großartigen Parade rettete – kurz bevor Haaland eine Flanke von Ajer verpasste. Es war alles, was ein WM-K.o.-Spiel ausmacht, nur eben ohne Tore.

Schließlich setzte Brasilien auf Nostalgie und brachte Neymar, in der Hoffnung, er könne noch einmal magisch auftrumpfen.

Doch der Schachzug ging nach hinten los. Die Behauptung, er sei fit für 90 Minuten, erwies sich schnell als falsch. Brasilien spielte de facto in Unterzahl und bezahlte den Preis dafür.

Mit noch zehn Minuten auf der Uhr schlug das Unheil zu. Schjelderup schlug die Flanke, Haaland verwandelte eiskalt und schickte Norwegen ins Viertelfinale. Brasilien kämpfte weiter, und Norwegen zeigte kurzzeitig seine Unerfahrenheit, als Nyland weitere Paraden zeigen musste.

Doch in der letzten Minute legte Haaland noch einmal nach und sicherte den Sieg. Neymar verwandelte in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum Ehrentreffer, doch es war zu spät.

Haaland hatte erneut zugeschlagen.

Niemand kann ihn stoppen.