Will Kandidat für den Senat in Maine werden: Demokraten fordern Platners Rückzug nach Vergewaltigungsvorwurf
Die Demokraten streben an, der republikanischen Senatorin Collins im US-Bundesstaat Maine den Sitz im Senat abzunehmen. Ihr Top-Kandidat Platner galt bisher als vielversprechend. Nun wird er jedoch von einer ehemaligen Bekannten mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Die Partei zeigt sich daraufhin entschlossen.
Nachdem gegen den bekannten demokratischen US-Senatskandidaten Graham Platner Vorwürfe wegen Vergewaltigung erhoben wurden, haben führende Mitglieder seiner Partei ihn zum Rückzug aufgefordert. Die Anschuldigungen gegen den Politiker aus Maine bezeichneten der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, und die Vorsitzende des Senats-Wahlkomitees, Kirsten Gillibrand, am Montag (Ortszeit) als „unglaublich beunruhigend – Gewalt, Missbrauch und sexuelle Übergriffe sind absolut inakzeptabel“. Platner solle sich zurückziehen und Raum für einen neuen Kandidaten schaffen.
Im Juni hatte Platner die Vorwahl für die Kongresswahlen im November gewonnen und wurde als Herausforderer der amtierenden republikanischen Senatorin Susan Collins nominiert. Bislang galt er als Hoffnungsträger. Der ehemalige Elitesoldat und Austernzüchter erhielt Unterstützung von führenden Demokraten des linken Flügels, darunter auch vom langjährigen Senator und früheren Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders.
Wie Medien berichten, wirft eine 41-jährige frühere Bekannte Platner vor, sie im Jahr 2021 gegen ihren Willen zum Sex gezwungen zu haben. Demnach sei er betrunken und unangemeldet in ihr Zuhause gekommen und habe sich an ihr vergangen. Platner wies die Vorwürfe in einem auf X veröffentlichten Video zurück und bezeichnete sie als „beunruhigend, schwerwiegend und falsch“. Er kündigte an, sich nun Zeit zu nehmen, um zu überlegen, was das Beste für Maine sei.
Platner war wegen seines rasanten politischen Aufstiegs und seiner direkten Kritik am Establishment bereits mit dem republikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump verglichen worden. In der Vergangenheit stand er zudem wegen mehrerer mutmaßlicher Verfehlungen in der Kritik. Gegenüber der „New York Times“ gab Platner zu, sich „viel zu häufig mit Alkohol selbst behandelt“ zu haben und räumte ein, „weit davon entfernt zu sein, ein perfekter Partner“ in einer Beziehung zu sein.