„Warum benutzen Sie dieses Flugzeug?“: Trumps neue Maschine wegen Sicherheitsbedenken wieder im Hangar
Da ihm die bisherigen Flugzeuge optisch nicht zusagten, ließ sich US-Präsident Trump eine Boeing von Katar schenken. Aufgrund von Sicherheitsbedenken wird die Maschine nun erneut umgerüstet.
Das Flugzeug des US-Präsidenten sorgt weiterhin für Diskussionen. Nach monatelangen Umbauarbeiten soll die ehemalige Maschine aus Katar im August erneut in den Hangar gebracht und technisch nachgebessert werden. Dies verkündete US-Präsident Donald Trump selbst, nachdem er am Sonntag vom WM-Finale im Bundesstaat New Jersey zurück nach Washington, D.C. geflogen war und Journalisten ihn auf dem Rollfeld fragten: „Dieses Flugzeug verfügt nicht über ein Raketenabwehrsystem. Warum fliegen Sie damit?“
Trump gab eine ausweichende Antwort: „Es hat viele Funktionen, aber soweit ich weiß, wird es in etwa einem Monat zur Optimierung zurückgebracht.“ Der Umbau werde rund einen Monat in Anspruch nehmen. Die Boeing 747-800 soll also aufgerüstet werden; Details dazu wurden nicht genannt. Seine Antwort wirkt wie ein Eingeständnis, dass die Sicherheitsbedenken des Secret Service, der für seinen Schutz zuständig ist, berechtigt sind.
Die bisher als Air Force One genutzten Boeing-Flugzeuge wurden ursprünglich komplett neu gebaut. Dies war Trump jedoch zu zeitaufwendig, weshalb er das 14 Jahre alte Flugzeug aus Katar annahm, das umgebaut wurde und nun von ihm genutzt wird. Anfang Juli bestieg Trump die Maschine für seinen Flug zum NATO-Gipfel in der Türkei. Der Secret Service riet ihm jedoch aufgrund möglicher Anschlagspläne aus dem Iran davon ab, das Flugzeug für die Rückreise zu verwenden. Daher nutzte Trump für die Rückkehr ein älteres Flugzeug, berichtete die „New York Times“. Grund war das Fehlen eines Raketenabwehrsystems bei der katarischen Maschine.
Das fliegende Oval Office
Die von Boeing speziell für den Präsidenten entworfenen Flugzeuge gelten als „fliegendes Oval Office“. Neben der Raketenabwehr sind sie so verkabelt, dass sie einem elektromagnetischen Impuls bei einem Atomangriff standhalten können. Zudem ermöglichen sie eine Betankung während des Fluges und eine medizinische Versorgung des Präsidenten an Bord. Um flexibel zu bleiben, sind stets mehrere Maschinen verfügbar. Trump bezeichnete die bisherigen Jets als veraltet und nicht repräsentativ genug für Auslandsreisen.
Als Reaktion auf den Bericht über die Sicherheitsbedenken leitete das Justizministerium Ermittlungen gegen die „New York Times“ ein. Das FBI lud die verantwortlichen Journalisten persönlich vor, um vor Gericht auszusagen. Die Autoren hatten sich auf mehrere Regierungsmitarbeiter als Informanten berufen. Ein Anwalt der Zeitung kommentierte: „Dieser unverhohlene Versuch ist nichts anderes als eine Einschüchterung von Journalisten, um die Öffentlichkeit daran zu hindern, zu erfahren, was in ihrem Land vor sich geht.“